Handreichung
Wie können Friedhöfe zu lebendigen Orten der Begegnung, Natur und Erinnerung werden? Eine neue Handreichung aus Dresden zeigt mit inspirierenden Praxisbeispielen, wie ungenutzte Friedhofsflächen kreativ gestaltet werden können, ohne ihre eigentliche Bedeutung als Orte des Abschieds aus den Augen zu verlieren.
Ausgehend von gemeinsamen Exkursionen und neuen Impulsen richtet sich der Fokus dieser Ausgabe auf die vielfältige Friedhofskultur in den Vier- und Marschlanden sowie ihre historische Bedeutung.
Die besonderen Bauerngrabsteine in Kirchwerder erzählen spannend von der Geschichte, dem Wohlstand und den Lebensbedingungen der Menschen in den Vier- und Marschlanden.
Bereits in der Jungsteinzeit (ca. 7000-3000 v. Chr.) scheinen die Menschen ihre Toten durch Feuer bestattet zu haben. Die frühesten bekannten Urnen sind einfache Ton-oder Keramikgefäße in bauchiger Form, manchmal mit einfachen Mustern verziert. Aus der darauffolgenden sogenannten Bronzezeit (ca. 3000-1200 v. Chr.) sind Grabhügel und Urnenfelder aus vielen Kulturen in Europa und im Nahen Osten gefunden worden.
Buchcover
Mit diesem Buch legt die Autorin eine außerordentlich umfangreiche Studie zu der Frage vor, wie sich die Vorstellungen vom Überdauern der Toten seit der Aufklärung bis in die Gegenwart geändert und von der religiösen Vorherrschaft gelöst haben; bzw. im wissenschaftlichen Duktus der Autorin: Wie die handelnden Akteure - sie waren hauptsächlich männlich - "den Menschen nach der Überschreitung der Grenze des Todes dachten bzw. sinnhaft im Sein verankerten und welche historischen Hintergründe, welches Wissen, welche Techniken, Technologien und Praktiken mit ihrer Sinnstiftung verbunden waren."
Seit dem letzten Jahr hat die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal die Herausgabe der seit 1956 erschienenen Zeitschrift "Friedhof und Denkmal" eingestellt. Stattdessen ist zum ersten Mal das Jahrbuch mit dem sprechenden Titel "HALT" erschienen. Es versammelt Interviews und Gastbeiträge von und mit renommierten Gesprächspartnern und Wissenschaftlerinnen, Berichte aus der Forschung desZentralinstituts für Sepulkralkultur, Neuigkeiten und Einblicke in die Sammlung, Artikel zu Themen aus der Friedhofs-und Bestattungskultur sowie künstlerisch-ästhetische Zwischenspiele.
"Kultur auf dem Friedhof" bleibt unser Thema. Nach Beispielen aus Wien, Zürich und Amsterdam blicken wir nach Deutschland, wo kreative Projekte in Berlin, Kaiserslautern und Dresden zeigen, wie Friedhöfe zu lebendigen Kulturorten werden. Sicher ist: Friedhöfe verändern sich, und das müssen sie auch. Sie können nicht länger nur funktionale Orte sein.
Begräbnisse sind schon immer Orte gewesen, an denen die Kultur der jeweiligen Gesellschaft in unterschiedlichen Formen sichtbar geworden ist; sei es in den Beisetzungsritualen, sei es in Grabbeigaben oder in der Gestaltung von Särgen und Urnen und Erinnerungsmalen. Diese kulturellen Erscheinungsformen sind uns auch heute noch von unseren Friedhöfen vertraut. Doch in diesem Heft geht es nicht um diese Art der Kultur.
Seit 1477 besteht in Tübingen schon die Eberhard Karls Universität und noch heute wird das städtische Leben stark von den Studierenden geprägt. Es ist also kein Wunder, dass in dieser Stadt viele schwäbische Geistesgrößen gewirkt haben, die teilweise weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind, wie z. B. die Dichter Friedrich Hölderlin und Ludwig Uhland.
Mit dem Buch "Neue Schauplätze der Trauer" thematisieren die Herausgeber eine öffentliche Erscheinungsform der Trauer, die sich seit den 1990er Jahren immer häufiger in spontanen Gedenkstätten außerhalb von Friedhöfen manifestiert.