Michael Studemund-Halévy, der durch seine Forschungen und Publikationen zur Geschichte der Sefarden in Westeuropa und der Karibik bekannt ist, hat in der Reihe „Jüdische Miniaturen“ ein Buch über den Jüdischen Friedhof an der Königsstraße in Hamburg-Altona herausgebracht. Auf Grund seiner Größe, seines Alters - er wurde 1611 errichtet - und der großen Zahl erhaltener Grabsteinen gilt diese Begräbnisstätte als einer der weltweit bedeutendsten jüdischen Friedhöfe.
So ist es besonders wichtig, dass in Buchform auf die Bedeutung des Ortes und der dort erhaltenen Grabmale hingewiesen wird. Wobei anzumerken ist, dass es mit dem Erhaltungszustand von vielen der kostbaren Steine nicht zum Besten steht. Eine Besonderheit des Friedhofs ist die Aufteilung in portugiesische und aschkenasische Areale, die sich in ihren Grabmalen deutlich unterscheiden. Der portugiesische Teil ist der älteste Friedhof der aus Portugal, Spanien, Nordafrika und dem Osmanischen Reich eingewanderten Sefarden in Nordeuropa.
Michael Studemund-Halévy, Der Hamburger Portugiesenfriedhof. Ein Weltkulturerbe. Verlag Hentrich&Hentrich, Hamburg 2023, 150 S., 67 schw-w. Abb.