Während Jahrhunderte lang der christliche Friedhof als der einzige ehrenhafte Bestattungsplatz angesehen wurde, hat in der Gegenwart die Verbindung von Grab und Landschaft ganz neue Ausdrucksformen gefunden.
Die Verbindung von Grab und Landschaft reicht weit in die Vergangenheit zurück. Schon in der Antike wurde der locus amoenus – der liebliche Ort – besungen, der in den Bereich der Schäferdichtungen und Idyllen gehört: eine fiktive, idealisierte Landschaft, die aus den immer gleichen Elementen zusammengesetzt war.
Drei Stichworte bildeten den Tagungstitel, die ein breites Areal menschlicher Existenz umfassen. Landschaft bildet eine Folie, in der sich Formen des Gedächtnisses ebenso abbilden wie die Haltung angesichts des Todes. Die Kulturgeschichte des Todes ist in die Landschaft gleichsam eingeschrieben.
Die Friedhofskultur befindet sich im frühen 21. Jahrhundert in einem grundlegenden Wandel, wie es ihn seit vielen Jahrzehnten nicht gegeben hat. Wichtigstes Merkmal ist die Auflösung der vertrauten räumlichen Strukturen auf dem Friedhof.
Als im Februar 1962 die Sturmflut an der deutschen Nordseeküste das Wasser in die Elbe trieb, brachen auch in Hamburg viele Deiche und wurden elbnahe Stadtteile überflutet. 315 Hamburger ertranken in einer Nacht. Bereits einige Tage später beschied der Senat, dass auf dem Ohlsdorfer Friedhof jene Opfer beizusetzen sind, "die nicht identifiziert werden können, deren Angehörige sich für eine private Bestattung nicht entschieden haben oder deren Hinterbliebene nicht auffindbar sind."
Am 30. November 2012 lud die FUNUS Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Feuerbestattungsverein e.V. erneut zu einem Symposium zur Bestattungskultur ein, zu dem wieder namhafte Referenten eingeladen waren. Thema dieses 3. Symposiums waren die Grenzen der Individualität.
Am Sonnabend, 23. Februar 2013, findet die Tagung "Transmortale IV – Neue Forschungen zum Thema Tod" statt, gemeinsam veranstaltet von der Universität Hamburg (Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie/Historisches Seminar) und dem Museum/Zentralinstitut für Sepulkralkultur.
Die Hamburger Kunsthalle würdigt mit einer Ausstellung den 150. Geburtstag von Oscar Troplowitz (18. Januar 1863 – 27. April 1918) in Hamburg. Allerdings ist heute sein Name im Allgemeinen nur Kennern der hamburgischen Geschichte bekannt.
So bedauerlich es sein mag, Tatsache ist, dass viele Grabsteine nach Ablauf der Überlassungszeit der Grabstelle auf einem Friedhof, meist also nach 25 Jahren, abgeräumt und entsorgt werden. Diese Steine werden in der Regel maschinell zerkleinert, um anschließend als Baumaterial im Straßen- und Wegebau Verwendung zu finden.
Auf dem alten Friedhof des Osloer Stadteils Nordstrand steht ein schlichter Granitstein, mit dem es eine besondere Bewandtnis hat. Darunter liegen, so verrät die Inschrift, die Tante und die Schwestern des Malers Edvard Munch.