OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Oscar Troplowitz – der Erfinder der Niveacreme

 - Februar 2013
Ausgabe: 
Nr. 120, I, 2013

Die Hamburger Kunsthalle würdigt mit einer Ausstellung den 150. Geburtstag von Oscar Troplowitz (18. Januar 1863 – 27. April 1918) in Hamburg. Allerdings ist heute sein Name im Allgemeinen nur Kennern der hamburgischen Geschichte bekannt. Erst wenn man ihn mit seinem Produkt, der Niveacreme, verbindet, beginnt man die Bedeutung dieser Persönlichkeit für das Hamburger Wirtschaftsleben des 19. und 20. Jahrhunderts zu ahnen. Aber Troplowitz war nicht nur als Apotheker, Erfinder und – sehr sozial eingestellter – Unternehmer erfolgreich, auch als Politiker und Kunstsammler war er in Hamburg sehr aktiv.

Troplowitz
Grabmal Troplowitz/Mankiewicz, Lage O 24, 129-38.
Foto: P. Schulze

Kein Wunder also, dass er nach seinem frühen Tod ein eindrucksvolles Grabmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof erhielt, an dem Künstler von Rang und Namen beteiligt waren. Es liegt im Waldteil ganz in der Nähe des Wasserturmes und besteht aus einer Stellung von jonischen Säulen auf einem ovalen, leicht erhöhten Unterbau. Die kannelierten Säulen sind oben mit einem Gebälk abgeschlossen, der Himmel darüber ist offen. Das architektonisch durchkomponierte Grabmal aus Kirchheimer Muschelkalk ist knapp vier Meter hoch und über fünf Meter breit.

In seiner Mitte steht ein Steinblock, der wie ein Altar aussieht. Seine Reliefs hat der in Hamburg sehr bekannte Künstler Arthur Bock geschaffen. Sie zeigen auf der einen Seite einen alten Pilger, der sich auf seinen Stab stützt, auf der anderen das Bild von Orpheus, der seine Leier trägt und Eurydike hinter sich führt.

Aber nicht nur der "Altarblock" ist künstlerisch gestaltet, auch das Gebälk trägt verschiedene Reliefs, die wahrscheinlich von dem Bildhauer Hugo Klugt stammen. Über dem Eingang halten außen zwei schwebende Genien eine erhabene Fläche mit Rollwerk an den Seiten, in die der Familienname eingemeißelt ist. Engel gelten seit alters her als Geleiter der Toten. Hier erwarten sie die Trauernden, wobei der Linke zum Himmel und der Rechte auf den Boden und damit die Grabstätte weist. Innen umläuft ein Fries aus Kränzen und Festons den Raum.

Die Idee für diesen monumentalen architektonischen Grabaufbau stammt von dem Hamburger Stadtbaumeister Fritz Schumacher, mit dem Oscar Troplowitz eine lange und enge Freundschaft verband.

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