Am 11. und 12. November 2021 fand die jährlich stattfindende, wissenschaftliche Konferenz der Europäischen Friedhofsgesellschaft (ASCE - Association of significant cemeteries) unter dem Thema "Friedhofstourismus" online statt. Der Ohlsdorfer Förderverein ist Mitglied und war diesmal mit einem eigenen Referat von Dr. Barbara Leisner vertreten.
Das Gedenken an die Toten ist Teil der kulturellen Entwicklung der Menschheit und findet sich anscheinend in allen Kulturen. Die Christenheit kannte schon im alten Rom Festtage, an denen ausdrücklich aller jener Toten gedacht wurde, die man als Heilige und Märtyrer verehrte. So hat auch die Feier des Allerseelenfestes im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Formen angenommen, die einander immer wieder wechselseitig beeinflusst haben und noch heute beeinflussen.
Titelseite von "Ohlsdorf-Zeitschrift für Trauerkultur" Nr. 154, Thema Bildhauer Richard Kuöhl
Eine Reihe von Bildhauern hat Grabmale und Plastiken für den Ohlsdorfer Friedhof geschaffen. Einige sind nur mit einem einzigen Werk vertreten, von anderen sind zahlreiche Arbeiten zu finden. Zu den Letzteren gehört Richard Kuöhl, dessen enge Verbindung zu Fritz Schumacher auch an dessen Bauten immer wieder abzulesen ist.
Die Engelsfigur auf dem Grabmal Brückner (3)
In Ohlsdorf ist Richard Kuöhl mit einer Reihe von unterschiedlichen Werken vertreten. Ähnlich wie er in der Stadt verschiedene Genres bedient hat, hat er auf dem Friedhof neben einer größeren Anzahl von Grabmalen für Familien und Einzelpersonen auch offizielle Grabstätten gestaltet.
Auf der Titelseite des Flyers zum Friedensfest wird an Wolfgang Borchert, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, und die französische Widerstandskämpferin France Bloch-Sérazin erinnert. [Screenshot]
Die Veranstaltungen zum diesjährigen Ohlsdorfer Friedensfestes finden in der Woche vom 24.Juli bis 8. August 2021 statt. Das "Fest" wurde zur Erinnerung an den Höhepunkt der Bombardierung der Stadt vor 78 Jahren, den "Hamburger Feuersturm" ins Leben gerufen.
Titelseite von "Ohlsdorf-Zeitschrift für Trauerkultur" Nr. 152, Thema Freitod
Eine Vielzahl von Aspekten begleitet das schwierige Thema des selbstgewählten Todes:
Die Zurückbleibenden müssen Schmerz und Selbstvorwürfe aushalten, die Religionen und Gesellschaften müssen Antworten auf solche Fragen finden wie:
Gibt es ein Recht den eigenen Tod selbst herbeizuführen?
Aokigahara heißt der Wald am Nordhang des Fuji in Japan. Er steht als Teil eines Nationalparks unter Natur- und Denkmalschutz und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Gleichzeitig aber geistert er als "Selbstmord-Wald von Japan" durch die Medien.
Der Fotograf und Medienkünstler Michael Weisser hat den Riensberger Friedhof in Bremen für sich entdeckt. Im Rahmen seines übergeordneten Projekts mit dem Titel "Bremen-Ansichten" beschäftigt er sich ausführlich mit diesem historischen Friedhof.
Eröffnung des Festivals
Dr. Anja Kretschmer, die mit dem "Friedhofsgeflüster" deutschlandweit über Friedhöfe führt, hatte in diesem Jahr zum dritten Mal zu ihrem "Wissensfestival" mit dem Titel "Scientia Mortuorum" eingeladen.
Titelseite Nr. 150
Tod um 1800 ist das Thema dieses Heftes und auf den ersten Blick könnten Fragen auftauchen, wie: Warum geht gerade heute der Blick soweit in die Vergangenheit zurück? Gibt es nicht aktuellere Themen?