In der Struktur und in der Häufung zeittypischer Grabmale des Friedhofes Ohlsdorf sind deutlich zwei Bereiche zu unterscheiden: im Westen der landschaftliche Teil, auch Cordes-Teil genannt. Er ist geprägt von den Gestaltungsideen des Friedhofsdirektors Wilhelm Cordes. Und auf der östlichen Erweiterungsfläche der etwas nüchtern wirkende Linne-Teil, gestalterisch stark beeinflusst von dem Garten- und Friedhofsdirektor Otto Linne.
Der Parkfriedhof Hamburg-Ohlsdorf ist nicht nur wegen seiner enormen Größe und wegen seiner Bestattungszahlen weltweit bekannt geworden, sondern insbesondere wegen seiner Bedeutung als Gesamtkunstwerk: Grabmalplastiken, eingebettet in die romantische Parklandschaft des Friedhofsdirektors Wilhelm Cordes oder in die architektonisch strenge Gestalt eines Reformfriedhofs des Gartendirektors Otto Linne, erfreuen noch heute jeden Friedhofsbesucher.
Das von dem Bildhauer Engelbert Peiffer geschaffene Grabmal Schaeffer, das anlässlich des 15. Geburtstags des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e.V. im Außenbereich des Museums Friedhof Ohlsdorf neu aufgestellt werden soll, wird für das Ensemble der hier museal gezeigten Grabsteine in mehrfacher Hinsicht von großer Bedeutung sein.
Wenn in Hamburg vom Krematorium die Rede ist, heißt es, genau zu unterscheiden. Und zwar muss man unterscheiden zwischen dem "Alten Krematorium", dem "Neuen Krematorium" und dem ganz neuen Krematorium.
Als zweites Krematorium Deutschlands wurde nach Gotha 1891 auch in Hamburg eine Leichenverbrennungsanlage fertiggestellt. Sie ist heute mit der Bezeichnung Altes Krematorium bekannt.
Wer gerne singt, selber ein Instrument spielt oder ganz einfach Musikliebhaber ist, findet auf hamburgischen Friedhöfen ungewöhnlich viele musikbezogene Grabmalmotive, und diese ganz besonders auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Seit 1996 betreut der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. das Museum Friedhof Ohlsdorf. Von Anbeginn verfolgte er das Anliegen, auch den Außenbereich museal auszustatten.
Drei kulturelle Veranstaltungen auf Friedhöfen nordeuropäischer Großstädte sollen als Beispiele dienen, wie der "Ort der stillen Trauer" in das Leben des heutigen Menschen würdevoll einbezogen werden kann.
Der Friedhof Ohlsdorf - ein Gesamtkunstwerk von internationalem Rang - feiert seinen 125jährigen Geburtstag. Ein Grund zur Freude! Ich meine ja, in jedem Fall. Er hat sich bis in die heutige Zeit seinen eigenen, einmalig schönen Charakter erhalten.
Die Sammlung von Grabsteinen, die vor unserem Museum steht, bildet jetzt ein weiteres Freilichtmuseum auf dem Ohlsdorfer Friedhof, dessen historische Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg anhand von einigen Beispielen hier dargestellt wird.