"Nicht weit von den Schienensträngen der Stadtbahn, in der nordwestlichsten Ecke des Friedhofs, dort, wo die Talstraße sich in einen kleinen, schmalen Pfad verliert, gibt es ein Fleckchen Erde, das in seiner Schönheit und Unberührtheit jeden Besucher besonders fesselt."
Zum ersten Male war es an dem strahlenden Spätsommer-Sonntag, 9. 9. 2007, im Rahmen des "Tages des offenen Denkmals" möglich, fünf jeweils zeittypische Kapellen von insgesamt dreizehn öffentlich zu zeigen, wobei die Feierhalle B mit einbezogen war.
Obwohl auf dem Ohlsdorfer Friedhof als überkonfessioneller Begräbnisstätte nicht nach dem Bekenntnis gefragt wird, wurden die Abschiedsräume von Anfang an Kapellen genannt – eine Bezeichnung, die an sich für einen kleinen sakralen Raum für christliche Feiern gebraucht wird.
Als am Ende des 18. Jahrhunderts in Hamburg die ersten Kirchhöfe vor die Tore verlegt wurden, entstand aufgrund der entfernten Lage der Begräbnisplätze eine neue Bauaufgabe.
Geometer, das war früher die interne Bezeichnung für einen Vermessungstechniker, der auf dem Friedhof nicht nur Straßen, Wege und Baulichkeiten einzumessen hatte, sondern auch für eine genaue Vermarkung der Gräber und deren Dokumentation in einem Kartenwerk, dem Friedhofskataster, sorgte. Eine fortwährende Aufgabe der Verwaltung, auch heute noch.
Bestimmt nach einer Begräbnisordnung von 1882 "zur allgemeinen Begräbnisstätte" und von Anfang an als kommunale Anlage gedacht, ist der Friedhof Ohlsdorf in Hamburg Zeugnis der säkularisierten Großstadtwelt des Industriezeitalters.