Schwerpunkt: Friedhöfe in und um Lübeck - Ohlsdorf-Zeitschrift für Trauerkultur Nr. 170/III 2025
Die Geschichte einzelner Städte spiegelt sich nicht zuletzt in der Anlage und Entwicklung ihrer Friedhöfe. Dies gilt auch für Lübeck - und immer gab es Bezüge zu umliegenden Ortschaften. Dass Friedhöfe seit der Frühen Neuzeit außerhalb der Stadttore angelegt wurden, dokumentiert das Beispiel des St. Lorenz-Begräbnisplatzes vor dem Holstentor. Dieser Friedhof durchlief in der Zeit um 1800 eine bemerkenswerte Entwicklung: Er wurde nämlich zum sepulkralen Schauplatz jener aufklärerischen Tendenzen.
Historisches Pestkreuz auf dem St. Lorenz-Friedhof
Bis zur Eröffnung des Burgtor-Friedhofes fanden die Lübecker Toten ihre letzte Ruhestätte in der Regel innerhalb der Stadtmauern an oder in den Kirchen. Mit der Einführung der Reformation war der Toten-und Jenseitsglaube in Lübeck zwar aufgegeben worden, doch setzte sich ein Begräbnis außerhalb der Stadt nicht durch.
Blick in den jüdischen Friedhof in Stockelsdorf
Direkt jenseits der Stadtgrenze im Norden Lübecks liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Stockelsdorf (Kreis Ostholstein) ein bisher kaum bekannter Schauplatz jüdischer Friedhofsgeschichte: der Friedhof der früheren Jüdischen Gemeinde Fackenburg. Kein Schild weist auf die Lage dieses Begräbnisplatzes hin, der vom schleswig-holsteinischen Landesamt für Denkmalpflege als Kulturdenkmal geführt wird. Die umzäunte Anlage ist durch ein Tor betretbar.
Der 2014 angelegte Bestattungsgarten nahe Eingang 1
Der Vorwerker Friedhof (eröffnet 1907) und der Waldhusener Friedhof (1909) stammen aus der Zeit der Industrialisierung, der Hafenexpansion und des Bevölkerungswachstums in und um Lübeck im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Diese Entwicklungen vollzogen sich vor allem am Nordufer der Trave.
Umrisse des zukünftigen Friedhofs
Der neue Friedhof - derzeitiger Arbeitstitel "Harkness Memorial Park" - liegt ca. 40 Kilometer nördlich von Melbourne und umfasst ca. 128 Hektar. Über die Metropolregion Melbourne verteilt gibt es bereits 19 Friedhöfe, die alle zum "Greater Metropolitan Cemeteries Trust" (GMCT) gehören.
Die 14. transmortale fand im Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkulturin Kassel in Verbindung mit dem Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Hamburg und der Stiftung Deutsche Bestattungskulturstatt. Die transmortale ist eine Veranstaltung, die Nachwuchswissenschaftler*innen eine inter-und transdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex "Sterben, Tod und Trauer" ermöglicht.
Die Friedhofskultur in Deutschland befindet sich im Wandel. Veränderungen in der Bestattungskultur, demografische Entwicklungen sowie steigende Anforderungen an Transparenz und Effizienz stellen Friedhofsverwaltungen vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen digitale Werkzeuge neue Möglichkeiten, um Prozesse zu optimieren, Ressourcen nachhaltiger zu nutzen und den Service für Bürger*innen zu verbessern.
Verstorbene, noch nicht bestattete Menschen befinden sich auf einer Schwelle, die zwei Sphären voneinander trennt: sie sind in der diesseitigen Welt der Lebenden noch anwesend und zugleich schon auf dem Weg in die jenseitige Welt der Toten, sie sind "schon gestorben", aber "noch nicht begraben".
Vor fünf Jahren hat die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO Kommission die Friedhofskultur in Deutschland zum Immateriellen Kulturerbe ernannt. Seitdem ist diese bedeutende Auszeichnung nicht mehr aus der deutschen Friedhofslandschaft wegzudenken.
Cover Die Stadt und der Tod
Dieses Themenheft zeigt, dass die Beziehung zwischen Stadt und Tod durch das Zusammentreffen religiöser, hygienischer, technisch-industrieller und ästhetischer Diskurse geprägt ist. Die Beiträge konzentrieren sich auf den Tod unter Stadtbewohnern.