Die Geschichte einzelner Städte spiegelt sich nicht zuletzt in der Anlage und Entwicklung ihrer Friedhöfe (siehe dazu das Themenheft "Die Stadt und der Tod" unter "Neue Publikationen"). Dies gilt auch für Lübeck - und immer gab es Bezüge zu umliegenden Ortschaften.
Dass Friedhöfe seit der Frühen Neuzeit außerhalb der Stadttore angelegt wurden, dokumentiert das Beispiel des St. Lorenz-Begräbnisplatzes vor dem Holstentor. Dieser Friedhof durchlief in der Zeit um 1800 eine bemerkenswerte Entwicklung: Er wurde nämlich zum sepulkralen Schauplatz jener aufklärerischen Tendenzen, die sich in der bis heute in Lübeck überaus aktiven "Gemeinnützigen" zeigen (vollständiger Name: "Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit").
Naturgemäß konnten nicht alle Lübecker Friedhöfe berücksichtigt werden. Die in diesem Heft vorgestellten Anlagen zählen zu den eher unbekannten Beispielen. Prominenter sind der auf das 17. Jahrhundert zurückgehende Jüdische Friedhof Moisling und der 1834 eröffnete Burgtorfriedhof. Ersterer ist der größte jüdische Friedhof in Schleswig-Holstein, u. a. mit den Gräbern der Lübecker Rabbinerfamilie Carlebach. Letzterer wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts und danach zum klassischen Begräbnisplatz des Lübecker Bürgertums mit vielen bekannten Namen der Stadt- und Geistesgeschichte. Beide Friedhöfe wären ein eigenes Heft wert...