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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Norbert Fischer

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"Friedhof in Bewegung": Eine Begegnung mit dem Oldesloer Friedhofsverwalter Jörg Lelke

Jörg Lelke am Bölck-Grabstein

"Unser Friedhof soll von vielen Menschen als ‚ihr‘ Ort betrachtet werden", sagt Jörg Lelke, Verwalter des Evangelischen Friedhofes in Bad Oldesloe. Der Begräbnisplatz zeigt eine Mischung aus Garten-, Park- und Waldcharakter und zählt mit seiner Vegetation, seinen Bodenmodellierungen, Wasserflächen und vielfältigen Grabanlagen zu den interessantesten Friedhöfen in Norddeutschland.

Zur Geschichte des Evangelischen Friedhofes Bad Oldesloe

Landschaftsszene auf dem Oldesloer Friedhof

Der im späten 19. Jahrhundert angelegte, heute 16,7 Hektar große evangelische Friedhof Bad Oldesloe ergänzte zunächst den Alten Friedhof und löste ihn schließlich ab. Nach dem 1878 beschlossenen Ankauf des Geländes an der Hamburger Straße westlich der Stadt fand die Einweihung am 13.11.1881 unter Leitung von Pastor Georg Baetz statt.

Der Friedhof der Schlei-Fischer auf dem Holm

Friedhof der Schlei-Fischer auf dem Holm

Historisch gehen die heutigen gemeinschaftlich gestalteten Bestattungsflächen zurück auf Grabanlagen, wie sie beispielsweise von Gilden, Handwerkerzünften und anderen Berufsvereinigungen bekannt sind. Aus geschichtlichen Gründen gibt es auch heute noch in einigen Orten Friedhöfe, die gemeinschaftlich betrieben werden und auf regionalspezifische Berufe verweisen.

Begräbnisplätze für namenlose Strandleichen auf Sylt

Die Anlage in Westerland

Über Jahrhunderte hinweg war es häufig schwierig, Strandleichen zu identifizieren. Aber nur getaufte Christen durften zunächst auf den Kirchhöfen beigesetzt werden. Daher begrub man unbekannte Strandleichen auf Sylt und anderen Nordseeinseln in den Dünen oder in abseitigen Ecken am Friedhof.

Zwei Bestattungswälder an der Ostsee

Blick auf die Hohwachter Bucht

Die schleswig-holsteinische Ostseeküste ist von hohem landschaftlichem Reiz. Abwechslungsreich ist sie von tiefen Einschnitten, den Förden, ebenso geprägt wie von langen Sandstränden und hohen, nicht selten bewaldeten Steilufern. An letzteren wurden zwei Bestattungswälder eröffnet: bei Eckernförde und an der Hohwachter Bucht.

Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. in Kassel geehrt

Am 5. Oktober 2020 fand in Kassel die jährliche Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. statt. Dabei erfuhr der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof eine besondere Anerkennung. Vom ARGE-Vorstandsvorsitzenden Matthäus Vogel und Geschäftsführer Dirk Pörschmann erhielt der Verein das in diesem Jahr ganz neu gestaltete Ehrenzeichen für 25 Jahre Mitgliedschaft überreicht.

Tod und Natur: Das Begräbnis des Dichters Klopstock in Ottensen im Jahr 1803

Klopstocks Grabstätte auf dem Christians-Friedhof in Ottensen

Die Klopstock-Grabstätte in Ottensen ist ein Beispiel für neue Muster der Sepulkralkultur, wie sie sich im bürgerlichen Zeitalter entwickelten. Dabei wurden Natur und Landschaft zu einem zentralen Leitbild. Einzelne Vorbilder stammten aus dem 18. Jahrhundert.

Friedhof als "Immaterielles Kulturerbe"

Titelseite Nr. 149. Foto: Norbert Fischer

Für die Friedhofskultur in Deutschland ein historisches Datum: Am 13. März 2020 teilte die Deutsche UNESCO-Kommission mit, dass die "Friedhofskultur in Deutschland" in das "Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes" aufgenommen wurde.