Grabmal Alexander Schäffer vor dem Ohlsdorf-Museum (Foto: Petra Schmolinske)
Vor dem Ohlsdorfer Friedhofsmuseum steht das von Engelbert Peiffer geschaffene Grabmal Alexander Schäffers, Zivilingenieur in Hamburg. Petra Schmolinske gibt Aufschluss über die Frage, ob er Suizid begangen hat oder nicht.
Grabmal für Paul Jessurun
Die Jahre von 1933 bis 1945 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten waren für viele Menschen eine Zeit der Entrechtung und Verfolgung. Besonders für jene Menschen, die als "rassisch minderwertig" galten, führten sie zu Leiden und Tod.
Der umgestürzte Grabstein für den Bankier Siegmund Weisz auf dem jüdischen Friedhof in Ohlsdor
Eine Anfrage aus Dänemark führte auf die Spur des jüdischen Bankiers Siegmund Weisz, der ab 1884 in Hamburg ein Bank- und Wechselgeschäft führte. Das Scheitern eines Projekts zur touristischen Erschließung der dänischen Nordseeinsel Fanø führte 1896 zu seinem Freitod.
Wilhelm Cordes (Lizzy Staud, links) und Otto Linne (Karin Robben, rechts) in angeregtem Gespräch
Lütt Fier? Ja, bedingt durch Corona war es tatsächlich nur ein kleines Fest, dass der Friedhof zusammen mit der Kulturkapelle 6 veranstaltete. Das Programm bot zwei Streifzüge rund um die Kapelle und klang dann aus mit einem Konzert mit Sibylle Milde, Gitarre und Gesang.
Auch im dritten Quartal waren die Aktivitäten des Förderkreises bedingt durch Corona weiter eingeschränkt. Immerhin zwei öffentliche Führungen, die jeweils ausgebucht waren, konnten erfolgreich durchgeführt werden.
5 Bruderschafts-Leiche, nach einer Lithographie von C. Suhr
Wer im alten Hamburg etwas auf sich hielt, legte Wert darauf, die eigene Bedeutung bei geeigneten Gelegenheiten zu zeigen, so auch bei Beerdigungen. Diese gehörten zu den Ereignissen, die das tägliche Einerlei unterbrachen und daher auf großes Interesse stießen – Sensationslust ist bekanntlich keine neue Erscheinung.
Nach dem anfänglichen kompletten Corona-Lockdown werden allmählich die Arbeiten wieder aufgenommen. Bevorzugt sind natürlich Tätigkeiten, die im Freien stattfinden können. Erste Führungen von angemeldeten kleinen Gruppen haben bereits stattgefunden.
Das zentrale Grabmal auf der Cordes-Grabsstätte
Unweit der Kapelle 8 befindet sich die Grabstätte des Friedhofsdirektors Wilhelm Cordes. Sie liegt recht versteckt inmitten von Rhododendronbüschen auf derselben kleinen Anhöhe wie das Riedemann-Mausoleum. Der schmale Weg, der zur Grabstätte hinaufführt, ist leicht zu übersehen, doch seit einer Reihe von Jahren finden Besucher, die den Stillen Weg in Richtung Nordteich entlang spazieren, einen der schönen Wegweiser im Cordes-Stil, der in Richtung der Grabstätte zeigt.
Die Corona-Krise macht auch vor dem Förderkreis nicht halt. Das Museum ist geschlossen, Vorträge und Führungen sind bis auf Weiteres abgesagt. Wie lange dieses "bis auf Weiteres" sein wird, weiß im Augenblick (Mitte April 2020) natürlich niemand. Die aktuelle Abstandsregelung, also mindestens 1,50 m, ist sowohl im Museum als auch bei Veranstaltungen kaum umzusetzen.
Das Cordes-Denkmal in Ohlsdorf. Foto P. Schmolinske
Vor fast genau 100 Jahren wurde am 11. März 1920 im Ohlsdorfer Rosarium das Denkmal für Wilhelm Cordes, den verstorbenen Direktor des Friedhofs eingeweiht. Wilhelm Cordes war am 31. August 1917 im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.