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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Lütt Fier – Sommerfest an der Ohlsdorfer Kulturkapelle

Lütt Fier? Ja, bedingt durch Corona war es tatsächlich nur ein kleines Fest, dass der Friedhof zusammen mit der Kulturkapelle 6 veranstaltete.

Das Programm bot zwei Streifzüge rund um die Kapelle und klang dann aus mit einem Konzert mit Sibylle Milde, Gitarre und Gesang.

Wilhelm Cordes (Lizzy Staud, links) und Otto Linne (Karin Robben, rechts) in angeregtem Gespräch

Der Friedhofsteil um die Kapelle 6 ist einer der zukünftigen Parkbereiche. Hier wurden auch verschiedene Anregungen aus der Bürgerbeteiligung zum Projekt Ohlsdorf 2050 umgesetzt, die nun im Rahmen dieser Rundgänge vorgestellt wurden. Die Vorstellung übernahm die Theatergruppe Lizzy Staud. Zunächst begann die Naturhistorikerin Frau Dr. Fissel (Ute Manthey) mit einem Vortrag zur Geschichte des Ohlsdorfer Friedhofs, wurde aber sehr bald von Wilhelm Cordes (Lizzy Staud) unterbrochen, dem sich kurz darauf auch Otto Linne (Karin Robben) zugesellte. Beide hatten es sich nicht nehmen lassen, vorbeizuschauen, um einen Blick auf ihr Werk zu werfen und ließen mit ihren Wortwechseln Frau Dr. Fissel kaum noch zu Wort kommen. Dann erschien auch noch ein jüngerer Herr (Jürgen Zeng). Er stellte sich als "2050" vor, also die Zukunft, und übernahm von da ab die Regie und die Führung zu den neuen Parkelementen.

Den Klematisweg entlang ging es erst nach Osten, vorbei an einem der zahlreichen neu gepflanzten Apfelbäume. Ausgewählt wurden dafür alte Sorten, die heutzutage kaum noch bekannt sind. Ziel war der östliche Landschaftsturm, auch Leseturm genannt und mittlerweile "Große Freiheit" getauft. Von der Höhe des Turms lässt sich der Friedhof mal aus einer anderen Perspektive betrachten.

Weiter ging es dann nach Westen, ein Stück den Hortensienweg entlang. Hier sind Kletterhortensien gepflanzt. Wie die Klematis sollen sie sich im Laufe der Zeit an den Bäumen hochranken und so schließlich als Orientierungshilfe dienen. Unter einer der beeindruckenden Ohlsdorfer Hängebuchen hindurch führte der Weg weiter zum Duftgarten. Hier laden verschiedene Blumen und Kräuter zum Schnuppern ein.

Letzte Station des Streifzugs war der westliche Landschaftsturm, jetzt "Kleine Freiheit" genannt, am Farnweg. Dieser Überrest eines alten Knickwegs ist wahrscheinlich älter als der Friedhof. Hier endete der ebenso informative wie abwechslungsreiche Rundgang. Die freundschaftlichen Dispute der Herren Cordes und Linne, die ja jeweils am Werk des Anderen manches auszusetzen hatten, sorgten häufig für Erheiterung, doch dazwischen gab es immer wieder sehr besinnliche, ja meditative Momente. So war es eine sehr gelungene Vorstellung.

Foto: Petra Schmolinske

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Begräbnisplätze in Schleswig-Holstein (November 2020).
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