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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Petra Schmolinske

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Kunst in Hamburg

Titelseite Nr. 147

Wenn der Name Ohlsdorf mit dem Wort Kunst in Verbindung gebracht wird, denkt man zunächst wohl automatisch an Grabmalkunst. Doch das ist nur eine mögliche Verbindung, denn zu Ohlsdorf gehören nicht nur die schönen Grabmäler, sondern auch die vielen hier bestatteten Personen mit ihren Lebensgeschichten und -leistungen. Die wiederum sind verknüpft mit wichtigen Ereignissen der Stadtgeschichte, in diesem Fall mit dem 150. Geburtstag der Hamburger Kunsthalle und dem 100. Jahrestag der Gründung der Hamburgischen Sezession

Wie Hamburg seine Kunsthalle bekam

Der Altbau der Kunsthalle von Westen. Foto: Archiv P. Schmolinske

Ende August 2019 feierte die Hamburger Kunsthalle ihr 150jähriges Bestehen. Tatsächlich ein Grund zum Feiern, denn in diesen 150 Jahren hat sich das Museum aus kleinen Anfängen zu einer recht bedeutenden Einrichtung entwickelt, die Vergleiche mit anderen Museen nicht zu scheuen braucht.
Tatsächlich begann die Geschichte der Kunsthalle sogar schon mehr als 50 Jahre früher. Im Herbst 1806 gründeten Mitglieder der Patriotischen Gesellschaft einen "Verein zur Beförderung des Kunstgeschmacks in Hamburg".

Die Hamburgische Sezession

Ein zweiter Anlass zur Erinnerung ist die Gründung der Hamburgischen Sezession im Sommer 1919. Die Bezeichnung Sezession ist im Grunde allerdings unzutreffend, denn die eigentliche Bedeutung des Wortes ist 'Abspaltung'. Nur herrschte in Hamburg zu der Zeit im Bereich der bildenden Kunst eher ein Vakuum. Das Hamburger Publikum war überwiegend konservativ eingestellt, wie auch schon Alfred Lichtwark immer wieder erfahren hatte, aber selbst er war über den Impressionismus nicht hinausgekommen.

Ohlsdorf und die Künstlerinnen und Künstler der Sezession

Grabmal Zennig/Deussen. Foto: P. Schmolinske

Unter den Mitgliedern der Hamburgischen Sezession waren die Bildhauer eine Minderheit. Während sich bei den Malern zum Teil enge Kontakte und intensiver Austausch entwickelten, was tatsächlich den Malstil beeinflusste, lässt sich Vergleichbares bei den Bildhauern kaum erkennen. Neun Bildhauer der Sezession sind mit Arbeiten in Ohlsdorf vertreten.

Neue Info-Tafeln auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Seit Kurzem leuchtet es an einigen Stellen auf dem Friedhof in knalligen Farben – große Buchstaben in Orange und Tafeln, deren Farbton allerdings etwas mehr ins Rot geht. Eine Erklärung dazu findet man im Internet auf der Homepage des Friedhofs. Dort ist nachzulesen, dass es insgesamt 17 "Informationselemente" geben wird.

Zum Autoverkehr auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Frage, wie der Durchgangsverkehr auf dem Ohlsdorfer Friedhof am besten einzudämmen oder ganz zu unterbinden ist, ist zurzeit das Thema. Nachdem die Idee einer Maut für den Friedhof "vom Tisch" ist, haben sich die Wogen immerhin wieder etwas geglättet. Selbst bei denen, die eine Maut für reine Durchfahrer durchaus für sinnvoll halten, kamen deutliche Argumente gegen eine generelle Erhebung von Gebühren, also auch von Grabbesuchern, und ein "Abkassieren" sogar bei Trauergesellschaften wurde schlicht als pietätlos eingestuft.

Der Senatsempfang am 6. Dezember 2018

2018 stand der Senatsempfang unter dem Motto "Hamburg engagiert sich – Vielfalt des kulturellen Ehrenamtes". Rund 500 ehrenamtlich Tätige aus allen Kulturbereichen nahmen an der Veranstaltung im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses teil. Auch der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof hatte eine Einladung erhalten und konnte immerhin vier seiner Aktiven zu dem Empfang entsenden.

Arbeitsessen und personelle Veränderungen

Eine schöne Tradition wurde fortgesetzt, denn nach einem arbeitsintensiven Jahr lud der Vorstand die Aktiven als Dankeschön ein zu einem leckeren Mittagsbuffet ins Khan Mongolei am Hummelsbütteler Markt. Am 5. Dezember bot das gemütliche Beisammensein wieder die Gelegenheit zu einem regen Gedankenaustausch, auch mit denjenigen, die man auf Grund der unterschiedlichen Arbeitstage das ganze Jahr über sonst kaum trifft.

Konkurrenz für den Förderkreis?

In den vergangenen Wochen konnte mehrfach hier in Ohlsdorf ein Mann beobachtet werden, wartend über den Bahnhofsvorplatz schlendernd oder mit kleinen Gruppen auf dem Friedhof unterwegs. Personenbeschreibung: Etwa 1,80 Meter groß, eher vollschlank, mittleres Alter, dunkelblonde Haare, ordentlich gekleidet und immer mit Rucksack.

Die Opfer der Novemberrevolution 1918 in Hamburg

Grabanlage Revolutionsopfer

Hamburgs Gedenkort für die Ereignisse am Ende des Ersten Weltkriegs und die unruhige Zeit danach ist die Grabanlage der Revolutionsopfer am Beginn der Bergstraße gegenüber dem Friedhofsmuseum. Die Revolution begann in Hamburg am 5. November 1918, als der Aufstand von Kieler Matrosen, Soldaten und Arbeitern hierher übergriff. Es kam zu Sympathiestreiks und Massenkundgebungen und einzelnen gewaltsamen Aktionen, die auch Menschenleben forderten.