Der "Garten der Frauen" auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für jene neuen Anlagen, die zur Partikularisierung des Friedhofsraumes zählen. Waren Friedhöfe über lange Zeit hinweg vor allem durch Familien- und Einzelgräber geprägt, so stellen sie in jüngerer Zeit ein Patchwork unterschiedlicher Funktionsräume dar.
Was bewegt einen Steinmetz dazu, weit über sein Handwerk hinaus gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen? Der Beitrag von Fischer erzählt die inspirierende Geschichte von Bert Ulrich Beppler und zeigt, wie sein Engagement den "Garten der Frauen" und die Hamburger Erinnerungskultur nachhaltig geprägt hat.
Die beiden Autoren stellen auf anschauliche Weise die Entwicklung der Feuerbestattung dar, dabei liegt der Schwerpunkt auf den letzten Jahrzehnten. Im ersten Kapitel werden Anfänge und Geschichte der Feuerbestattung dargestellt. Das zweite Kapitel ist angelegt als "fotografischer Streifzug" und dokumentiert die Entwicklung der Krematoriumsarchitektur.
Vor 150 Jahren, also 1875, erschien ein Werk, das die Einführung der modernen Feuerbestattung in Deutschland beförderte: Friedrich Küchenmeisters Buch "Die Feuerbestattung; unter allen zur Zeit ausführbaren Bestattungsarten die beste Sanitätspolizei des Bodens und der sicherste Cordon gegen Epidemien". Schon im Untertitel wurde deutlich, in welchem Kontext sich die Anhänger der Leichenverbrennung - wie sie zunächst hieß - angesichts eines immer stärkeren Wachstums der Städte bewegten. Es ging nämlich um hygienische Fragen, daneben aber auch um die Einführung einer platzsparenden Bestattungsart.
Die moderne Feuerbestattung wurde im späten 19. Jahrhundert eingeführt und prägt seitdem die Bestattungs- und Erinnerungskultur. Vorangetrieben von Medizinern wie Friedrich Küchenmeister entstand eine Bewegung, die Einäscherung aus hygienischen, technischen und ästhetischen Gründen propagierte und sich in Vereinen und Verbänden organisierte.
Voraussetzung jeder Feuerbestattungspraxis war eine moderne Einäscherungstechnik. Hier stand Dresden im Mittelpunkt: In der dort angesiedelten Siemensschen Glasfabrik startete die Karriere des Ingenieurs Richard Schneider (1848-1929). Geboren in Braunschweig, war er bei Siemens Anfang der 1870er-Jahre zum Ersten Ingenieur aufgestiegen. Dabei entwickelte Schneider das System des sogenannten Siemensschen Regenerativofens weiter. 1885 eröffnete er ein eigenes technisches Büro für "Gasfeuerungsanlagen" mit dann mehreren Standorten.
Unter der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland ab 1933 wurde der reformerische Ansatz der Feuerbestattung in sein Gegenteil verkehrt. Zunächst bedeutete der Beginn der Diktatur für die Feuerbestattungskassen ein abruptes Ende. Vom Nationalsozialismus aufgesogen wurde zudem der 1886 gegründete Dachverband der bürgerlichen Feuerbestattungsvereine.
Vom 8. bis 31. Juli 2025 war in der St. Marienkirche in Lübeck eine Foto-Ausstellung zu sehen, die sich mit dem Krieg und seinen tödlichen Folgen, aber auch den Versuchen der Versöhnung befasste. Anlass war der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges. Die Aufnahmen stammen vom Hamburger Fotografen Harald Schmitt.
Schwerpunkt: Friedhöfe in und um Lübeck - Ohlsdorf-Zeitschrift für Trauerkultur Nr. 170/III 2025
Die Geschichte einzelner Städte spiegelt sich nicht zuletzt in der Anlage und Entwicklung ihrer Friedhöfe. Dies gilt auch für Lübeck - und immer gab es Bezüge zu umliegenden Ortschaften. Dass Friedhöfe seit der Frühen Neuzeit außerhalb der Stadttore angelegt wurden, dokumentiert das Beispiel des St. Lorenz-Begräbnisplatzes vor dem Holstentor. Dieser Friedhof durchlief in der Zeit um 1800 eine bemerkenswerte Entwicklung: Er wurde nämlich zum sepulkralen Schauplatz jener aufklärerischen Tendenzen.
Blick in den jüdischen Friedhof in Stockelsdorf
Direkt jenseits der Stadtgrenze im Norden Lübecks liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Stockelsdorf (Kreis Ostholstein) ein bisher kaum bekannter Schauplatz jüdischer Friedhofsgeschichte: der Friedhof der früheren Jüdischen Gemeinde Fackenburg. Kein Schild weist auf die Lage dieses Begräbnisplatzes hin, der vom schleswig-holsteinischen Landesamt für Denkmalpflege als Kulturdenkmal geführt wird. Die umzäunte Anlage ist durch ein Tor betretbar.