Das Cordes-Denkmal in Ohlsdorf. Foto P. Schmolinske
Vor fast genau 100 Jahren wurde am 11. März 1920 im Ohlsdorfer Rosarium das Denkmal für Wilhelm Cordes, den verstorbenen Direktor des Friedhofs eingeweiht. Wilhelm Cordes war am 31. August 1917 im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.
Der Altbau der Kunsthalle von Westen. Foto: Archiv P. Schmolinske
Ende August 2019 feierte die Hamburger Kunsthalle ihr 150jähriges Bestehen. Tatsächlich ein Grund zum Feiern, denn in diesen 150 Jahren hat sich das Museum aus kleinen Anfängen zu einer recht bedeutenden Einrichtung entwickelt, die Vergleiche mit anderen Museen nicht zu scheuen braucht.
Tatsächlich begann die Geschichte der Kunsthalle sogar schon mehr als 50 Jahre früher. Im Herbst 1806 gründeten Mitglieder der Patriotischen Gesellschaft einen "Verein zur Beförderung des Kunstgeschmacks in Hamburg".
Am Samstag den 10.8.2019 fand die Ausfahrt für unsere Vereinsmitglieder nach Bremen statt. 19 Teilnehmer besuchten zuerst den Friedhof Riensberg. Der Friedhof wurde nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 geplant und danach ausgeführt.
Am Beginn der Bergstraße auf dem Ohlsdorfer Friedhof, genau gegenüber dem Friedhofsmuseum, in dem der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof sein Büro hat, befindet sich das Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der Revolutionsjahre 1918 bis 1920. Das Denkmal wurde um 1920 nach einem Entwurf von Oberbaudirektor Fritz Schumacher errichtet. 1933 musste es auf Betreiben der Nationalsozialisten wieder abgerissen werden.
Mit der Einweihung des neuen, durch Baudirektor Fritz Schumacher errichteten Krematoriums im Januar 1933 wurde der veraltete Bau an der Alsterdorfer Straße geschlossen. Aber noch bis 1949 fanden dort Trauerfeiern und Urnenbeisetzungen statt.
Im Jahre 1954 wurde per Gesetz die Schließung und Aufhebung des Urnenfriedhofs bis Ende 1979 verfügt, die 1962 sogar mit einer Abbruchgenehmigung des Krematoriums durch die Baubehörde untermauert wurde. Doch andere Behörden, wie das Garten- und Friedhofsamt, setzten sich ab 1975 für den Schutz des Ensembles ein.
Seit der Eröffnung am 1. Juli 1877 sind über 1,4 Millionen Menschen auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet worden. Am Anfang war Ohlsdorf ein Begräbnisplatz für die "kleinen Leute". Es dauerte einige Jahre, bis auch Wohlhabende die Anlage für sich entdeckten, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen wegen der Schließung der alten Friedhöfe.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es eine Reihe von Grabstätten, die mit den politischen Verhältnissen ihrer Zeit in enger Verbindung stehen.
Man denke nur an die Gräber der Zwangsarbeiter oder an jene der Widerstandskämpfer gegen die Nazidiktatur; aber auch an die opulente Grabstätte, die von den Nationalsozialisten für Ihresgleichen eingerichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg dem Erdboden gleich gemacht wurde.
Die Patriotische Gesellschaft von 1765 in der Freien und Hansestadt Hamburg vergibt alle drei Jahre einen Preis für Denkmalpflege. Damit sollen Objekte ausgezeichnet werden, die im Ergebnis vom sensiblen, auf Sachkenntnis und Respekt basierenden Umgang mit historischer Bausubstanz zeugen.