Nichts bleibt so, wie es ist! Diese banale Weisheit gilt auch für Friedhöfe. Auch wenn sie anscheinend immer gleich geblieben sind, so zeigt ihre Erforschung doch, dass sie stets den allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen unterlagen, auch wenn es manchmal etwas längere Zeit brauchte, bis diese Veränderungen sozusagen am "letzten Ende", dem Ort des Todes ankamen.
Wir nehmen diese Publikation und unsere Ausstellung mit satirischen Friedhofszeichnungen von Peter Jens zum Anlass, die Verbindung zwischen dem Lachen, dem Schmunzeln, dem Lächeln und dem Tod und allem, was damit zusammenhängt, aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.
Die Themen Sterben, Tod und Trauer rücken seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus der fächerübergreifenden Forschung. Disziplinen wie die Archäologie, Ethnologie oder Kunstgeschichte beschäftigen sich seit jeher mit Gräbern und Begräbnisplätzen.
Inzwischen interessieren sich jedoch ganz unterschiedliche Disziplinen für den Wandel der Trauer- und Bestattungskultur wie z.B. die Soziologie, Psychologie, aber auch Geschichte, Volkskunde/Kulturanthropologie, Geschlechterforschung und Medienwissenschaften.
Innerhalb des historischen Friedhofs Georgen-Parochial I in Berlin Prenzlauerberg – Nähe Alexanderplatz – ist eine besondere Fläche ausgewiesen und neu gestaltet worden, die als Gemeinschaftsanlage etwa 80 Grabplätze sowohl für Urnen wie für Erdbestattungen enthält.
Vor 25 Jahren wurde der Förderkreis gegründet. Aus diesem Anlass erinnern wir uns in diesem Heft an die Anfänge und an das Geleistete.
Die Grußworte des Vereinsvorsitzenden Holger Andresen und von Wolfgang Purwin, dem Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe -AöR-, machen den Anfang.
Erinnert sich noch jemand an das Jahr 1989? Natürlich! Alle, die dieses Jahr miterlebt haben, erinnern sich. Die Mauer fiel und wohl niemand hat das Gefühl des Unglaubens, des Aufbruchs, der Aufregung und der Freude vergessen, das damals nach fast dreißig Jahren der Teilung in Deutschland herrschte. Aber wer erinnert sich noch an die Gründung des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof im selben Jahr?
Der Ohlsdorfer Friedhof war im 19. Jahrhundert nicht nur Begräbnisstätte für die Einwohner der wachsenden Stadt, sondern bildete auch – lange vor dem Stadtpark – die erste große öffentliche Grünanlage Hamburgs.
Als wir das Thema für diese Ausgabe festlegten, wollten wir eigentlich Beispiele für die Erhaltung und Wiederaufstellung von historischen Grabmalen aufzeigen; in dem Sinne von "Tue Gutes und sprich darüber". Tatsächlich sind in diesem Heft mit der Sanierung der Grabanlage Ludwig Clewe auf dem Alten Friedhof Schwerin, der Erneuerung des Friedhofs von Nebel in Amrum und der Instandsetzung des Gruftgebäudes von Haselberg auf dem Alten Friedhof in Greifswald drei interessante Beispiele für unser Thema versammelt.