In Wyk, dem Hauptort der nordfriesischen Insel Föhr, wächst zwischen alten Kiefern, die den großen Orkan "Christian" im Oktober 2013 überlebt haben, ein neuer Mischwald heran. Die jungen Bäume werden seit 2015 von Eltern zum Gedenken an ihre verstorbenen Kinder gepflanzt. Der Tod ihrer Kinder fegte wie ein Orkan durch die Familien, hinterließ ein großes Chaos von Verlust und Schmerz, Verzweiflung und Einsamkeit.
Herzförmige Kerze
Die Trauergruppen der Verwaisten Eltern e.V. in Schleswig treffen sich in normalen Zeiten einmal im Monat im Raum der Geschäftsstelle des Landesverbandes. Der erneute Lockdown im November 2020 stellt die Gruppe vor weitere Herausforderungen: Gruppentreffen als Videokonferenz.
Neuer Friedhof in Westerland (Sylt)
Die Idee, sämtliche Sternenkinder-Friedhöfe, also Grab- und Gedenkstätten für frühverstorbene Kinder, in Schleswig-Holstein zu dokumentieren, entstand im Herbst 2019. Sie resultierte aus Gesprächen beim 15-jährigen Jubiläum des Vereins Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Schleswig-Holstein e.V. (VESH).
Weltweit wird der Tod eines Kindes als einer der schlimmsten Schicksalsschläge, von dem Eltern und Familien getroffen werden können, betrachtet. Elke Heinen berichtet über die Begleitung trauernder Eltern.
Blick in den "Garten der Kinder"
Im September 2005 wurde der "Garten der Kinder" in Schleswig auf dem Friedrichsberger Friedhof eingeweiht. Das gemeinsame Interesse, für verstorbene Babys aus der Zeit der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt einen freundlichen Ort zu finden, führte zum gemeinsamen Projekt verschiedener Träger.
Das Ruferhaus Stauffenburg im Harz
Die "Verwaisten Eltern und trauernden Geschwister Schleswig-Holstein e.V." begleiten Familien, die um ein Kind trauern, ganz unabhängig davon, wie alt das Kind wurde. Die Selbsthilfegruppen im Netzwerk werden alle von gut ausgebildeten TrauerbegleiterInnen angeleitet.
Erinnerungsschätze. Foto: VEID Schleswig-Holstein
Die ersten Gruppen für Verwaiste Eltern im nördlichsten Bundesland entstanden 1991 in Schleswig. Im Jahr 2004 gründeten Eltern, die in der schwersten Zeit ihres Lebens hier Begleitung erlebt haben, einen Verein. Inzwischen trägt der Verein den Namen "Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister Schleswig-Holstein". Das 15jährige Bestehen feierten Eltern, TrauerbegleiterInnen und FreundInnen im festlichen Rahmen des St. Johannis-Klosters zu Schleswig.
Die fertige Bank
Das Büro der Verwaisten Eltern Schleswig-Holstein liegt im Torbogenhaus des Museums der Stadt Schleswig. Um den Vorplatz im schönen Innenhof für unsere Arbeit mit den Menschen, die unsere Gruppen besuchen, nutzen zu können, fehlten uns Sitzmöglichkeiten.
"Wollt ihr einen Wald pflanzen?" - "Ja, genau, das wollen wir! Einen Wald für unsere Kinder, die gestorben sind. Für jedes Kind einen Baum, der zum Himmel wächst – einen Himmelsbaum auf Föhr!"
In Schleswig – ganz im Norden der Bundesrepublik – gibt es für Eltern, die um ein verstorbenes Kind trauern, schon seit 1991 angeleitete Trauergruppen des evangelischen Kirchenkreises. Im Frühjahr 2004 haben Eltern, die solche Gruppen besucht haben, einen Verein gegründet, in dem sie ihre Erfahrungen und die neue Energie in Unterstützung für andere Betroffene fließen lassen wollen.
In dieser Arbeit gibt es immer wieder Situationen und Anfragen, auf die sich die Aktiven unerwartet einstellen müssen und manchmal entwickeln sich aus diesen Herausforderungen neue Ideen.