Die Hauptaufsätze der vorliegenden Ausgabe sind einem Thema gewidmet, das auf den ersten Blick allzu speziell erscheinen mag: Genossenschafts- bzw. Gemeinschaftsgräber. Gleichwohl haben sie seit Jahrhunderten viele städtische Begräbnisplätze geprägt, nicht zuletzt auch den Ohlsdorfer Friedhof.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es wie auf vielen anderen historischen Friedhöfen nicht nur Einzel- und Familiengräber, sondern auch die Möglichkeit in einem gemeinschaftlichen Grab, oder wie es früher hieß, einem Genossenschaftsgrab bestattet zu werden.
(Anm. d. Red.: Der vorliegende Aufsatz ist die leicht veränderte Fassung eines Kapitels aus der Geschichte der Hamburger Klempner, die der Autor unter dem Titel: "Vom Amt der Leuchtenmacher zur Innung Sanitär-Heizung-Klempner. Zur Geschichte der Klempner und des Klubs Laterne in Hamburg" 1999 publizierte.)
Die Tradition der Genossenschaftsgräber reicht in Hamburg bis ins 15. Jahrhundert zurück. Ämter (=Zünfte), Korporationen, Sterbekassen und Bruderschaften gewährleisteten ihren Mitgliedern mit dem Ankauf und der Anlage gemeinschaftlicher Grabstätten schon zu Lebzeiten, einst auch im Tode vereint zu sein.
Wer hier in Hamburg den Menschen die Schönheiten des Ohlsdorfer Friedhofs erschließen möchte, der kann auch im Ausland an keinem Friedhof vorübergehen.
(Anm. d. Red.: Frau Duschenka aus St. Gallen/Schweiz bat uns, Ihren Beitrag zum Wettbewerb "Medienpreis Bestattungskultur in Deutschland" in unserer Zeitschrift zu veröffentlichen. Wir kommen gern dieser Bitte nach, können aber aus Platzgründen nur einen von ihr gekürzten Auszug an dieser Stelle wiedergeben.)
Die Stadt Hanau und ihr Klinikum lassen auf ihre Kosten monatlich 10 bis 15 fehlgeborene und aufgrund ihres Gewichtes von weniger als 500 Gramm nicht bestattungspflichtige Kinder auf einen anonymen Grabfeld des städtischen Hauptfriedhofes "in Würde und aller Stille" beerdigen.
In der letzten Ausgabe unserer Zeitschrift machte Albrecht Schreiber auf das vernachlässigte und eingefallene Grab von Harry Hermann auf dem jüdischen Friedhof in Hamburg aufmerksam.