Historisches Pestkreuz auf dem St. Lorenz-Friedhof
Bis zur Eröffnung des Burgtor-Friedhofes fanden die Lübecker Toten ihre letzte Ruhestätte in der Regel innerhalb der Stadtmauern an oder in den Kirchen. Mit der Einführung der Reformation war der Toten-und Jenseitsglaube in Lübeck zwar aufgegeben worden, doch setzte sich ein Begräbnis außerhalb der Stadt nicht durch.
Fliegenpilz
Viele Menschen sind in den Sommer- und Herbstmonaten in den Wäldern unterwegs, um allseits bekannte Speisepilze wie den Steinpilz, die Pfifferlinge oder die Maronen zu sammeln. Die meisten von ihnen kämen kaum auf den Gedanken, einen Friedhof in die Liste ihrer Suchgebiete aufzunehmen. Ein Parkfriedhof wie Ohlsdorf aber zeichnet sich als Pilz-Suchgebiet besonders aus.
Auf dem Burgtor-Friedhof in Lübeck befindet sich seit über 20 Jahren ein ungewöhnliches, aus Holz gefertigtes und originell verziertes Grabmal. Es ist dem Künstler Günter Haase gewidmet - er starb im Alter von 45 Jahren und noch vor seiner Mutter Lieselotte (die ebenfalls auf der Grabstätte bestattet wurde).
Das Gebot "Du sollst nicht töten!" wurde in der Frühen Neuzeit auch auf Menschen angewandt, die sich selbst töteten oder töten wollten. Ihre Handlung wurde – wie es im deutschen Wort "Selbstmord" ausdrücklich benannt wird – als "Mord" verstanden und damit kriminalisiert.
Im Landkreis Stade liegt, etwas erhöht in den Oste-Marschen, der kleine Kirchhof von Horst. Er umfasst einen kulturhistorisch bedeutsamen Bestand von rund 40 Grabmälern aus der Zeit seit dem frühen 18. Jahrhundert. Sie befinden sich zumeist noch in originaler Situierung und stehen unter Denkmalschutz.
Anm. der Redaktion: Die folgenden, leicht überarbeiteten Passagen entstammen einem Beitrag der Autorin, der unter dem Titel erschien: "Das figürliche Grabmal vom Barock bis zum Zweiten Weltkrieg", in: Grabkultur in Deutschland – Geschichte der Grabstätten, Berlin 2009, S. 67-93. Dort sind auch Literatur- und Quellennachweise verzeichnet.
Am 5. Oktober 1804 starb in Lübeck der Schulrektor und bedeutende Aufklärer Friedrich Daniel Behn. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem St.-Lorenz-Friedhof.
Dass Friedhöfe die Orte sind, auf denen die Toten in allen Ehren ruhen, traf bis in das 19. Jahrhundert nicht für alle Verstorbenen zu. Es gab Individuen wie auch gesellschaftliche Gruppen, die durch die sogenannte unehrliche Bestattung diskriminiert wurden und im Abseits begraben werden mussten.
Im ersten Teil unseres Aufsatzes haben wir bereits über die besondere Rolle der Frau in der Bewältigung von Trauer und Schmerz geschrieben. In diesem zweiten Teil geht es nun um die konkreten Gesten, in denen sich weibliche Trauer manifestiert, und um ihre ikonographischen Wurzeln.