Der Besucher aus Nordeuropa, der Friedhöfe in Frankreich besucht, stellt meistens schnell fest: Viel Stein, reihenweise und dicht beieinander flache Gräber und Grüfte, meist Kies dazwischen - dabei wenig Grünes oder Blumen, wenn, dann oft aus Kunststoff.
In der Ausgabe unserer Zeitschrift Nr. 74 hatten wir einen Überblick über Kindergrabstätten auf dem Ohlsdorfer Friedhof gegeben, die den Tod von Kindern und jungen Menschen belegen.
Beim ergreifenden Thema "Kind und Tod" auf dem Ohlsdorfer Friedhof denkt man unwillkürlich an die drei neuen, fast fröhlichen Kindergemeinschaftsgrabstätten (Lage: T 5, M 25 und AG 39) und an den Kindergedenkplatz für nicht beerdigte Kinder (AC 4), die der Friedhof in den letzten Jahren eingerichtet hat.
Wer sich in Hamburg für Skulpturen, Bildhauerei und plastische Kunst im öffentlichen Raum interessiert, findet wahrhaftig eine echte Fundgrube auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Vor zwei Jahren traf ich zufällig am Rand eines heckenumsäumten Grabfeldes der 30er Jahre westlich vom Heckengarten-Museum auf eine 40x40cm kleine Grabplatte (Lage Bh 54, 1985) mit einer modernen halbliegenden Figur und der Inschrift: IN MEMORIAM KARLHEINZ ENGELIN BILDHAUER 1924-1986
Vor einem guten Jahr fragte mich eine Freundin, ob ich je von der Prinzessin von Sansibar und ihrer ungewöhnlichen "Love Story" gehört hätte und ob sie vielleicht auf dem Ohlsdorfer Friedhof liege...
Kurz nach den Besichtigungen der historischen Friedhöfe in Dresden im September 1999 anlässlich des 10. Jubiläums des Förderkreises besuchte ich wieder einmal den kleinen "Cimetière Protestant" in der Rue Judaique in Bordeaux, wo u.a. meine Großeltern beiderseits und seit 1965 auch meine Mutter liegen.