Zunehmende Rasenbeisetzungen, "Miniaturisierung der Grabstätten" (Hermann Weber), Kritik am Friedhofszwang für Aschenbeisetzungen einerseits, neuartige Orte der Trauer andererseits (Kreuze am Straßenrand, Internet-Gedenkseiten) - dies alles lässt die Frage aktuell erscheinen, ob der Friedhof in seinem bisherigen Erscheinungsbild nicht als "unzeitgemäß" (Reiner Sörries) gelten muss.
Spätestens seit dem Aufkommen der virtuellen Friedhöfe im Internet können sich interessierte Beobachter fragen, ob Beerdigungsplätze in der bisher bekannten Form überhaupt noch auf Dauer nötig sein werden.
(Der folgende Text entstammt dem Buch "Visionen 1900 - 2000 - 2100. Eine Chronik der Zukunft". Wir danken der Autorin und dem Autor sowie dem Verlag Rogner & Bernhard für die Erlaubnis zum Abdruck; d. Red.)
(Der folgende Text ist ein Auszug aus dem im Sutton-Verlag, Erfurt, erschienenen Buch "Geschichte des Todes in der Neuzeit"; d. Red.)
Das digitale Zeitalter kennt auch digitale Orte von Tod und Trauer - die Gedenkstätten des World Wide Web.
Kürzlich hat das "Deutsche Ärzteblatt" in der Rubrik "Medizin und Ethik" ein Thema aufgegriffen, das in "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" schon wiederholt kompetent und ausführlich abgehandelt wurde (von Albrecht Schreiber; zuletzt in Nr. 75: Themenheft "Kind und Friedhof", S. 15 ff.).
Nach einer ergreifenden und beeindruckenden Trauerfeier, gestaltet von den lutherischen Pastoren Heike Musolf und Heinfried König, sind auf dem Auricher Lambertifriedhof erstmals Hunderte nicht lebend geborener Kinder in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt worden.
"Gesegnet sind, die Trauer tragen. - Wenn die Toten sich ausruhen vom Totsein, dann stehen sie auf und singen." Dieser Satz findet sich in einer alten und weisen Trauerbegleitung.
Vom 21. bis 22. November 2001 veranstaltete die Oldenburgische Landschaft in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege ein Kolloquium zur Erhaltung einer bedrohten Denkmalgattung.
Das 125-jährige Bestehen des Friedhofs in diesem Jahr wird nicht unbeachtet bleiben. In Erinnerung an die Friedhofseröffnung am 1. Juli 1877 wird Ende Juni 2002 von der Friedhofsverwaltung für die Öffentlichkeit ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt.