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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Ulrike Neurath

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Seuchen und Sepulkralkultur: Wie Epidemien die Bestattung veränderten

Pestkreuz an der St. Lorenzkirche in Lübeck

Seit Anfang 2020 hält das SARS-CoV 2-Virus die Welt in Atem und hat das öffentliche Leben zeitweise gänzlich zum Erliegen gebracht. Fakt ist, dass es in der Geschichte der Menschheit immer schon Seuchen gegeben hat, die das soziale Gefüge durcheinander gebracht haben.

Eine tierische Liebe - (Mensch-)Tier-Bestattungen als Kulturphänomen

Mensch-Tier-Beziehungen haben kulturgeschichtlich eine lange Tradition. Dies gilt auch für Tierbestattungen, die jedoch erst in der Zeit um 1900 in erste Friedhöfe mündeten. Die im Verlauf des 20. und frühen 21. Jahrhunderts stetig intensivierten Beziehungen zwischen Menschen und Haustieren führten zur Entstehung zahlreicher Tierfriedhöfe und Tierkrematorien.

Tier und Tod

Cimitière des chiens

Tierfriedhöfe sind keine gänzlich neue kulturelle Erscheinung. Sie sind bereits aus prähistorischer Zeit überliefert. Zahlreiche archäologische Funde lassen darauf schließen, dass es sich bei vielen der dort bestatteten Tiere um sogenannte Opfertiere handelte. Dies trifft beispielsweise auf die Katzen-Nekropolen im Alten Ägypten zu.

Es hat uns das Herz zerrissen

Hundegrab

Tierbestattungen sind in der Menschheitsgeschichte nichts Neues. Ihnen lagen oft kultische Motive zugrunde. Die moderne Tierbestattung ist dagegen dem Bedürfnis nach einem würdevollen Umgang mit dem toten – dem eigenen – Tier entsprungen. Außerdem verleiht sie der Trauer über den Verlust des Tiers Ausdruck.