Das Thema Grabbeigaben prägt die Kulturgeschichte des Todes seit vielen Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden in historisch und kulturell ganz vielfältigen Facetten.
Wie der Titel etwas plakativ offenbart, sind Beigaben in christlichen Gräbern strenggenommen Fremdkörper. Theologisch wird eine Beigabenpraxis nicht unterstützt, da alles, was über den bloßen Leichnam hinausgeht, nach jüdisch-christlichen Jenseitsvorstellungen überflüssig ist und somit eine Deutung anhand von Glaubensgrundsätzen nicht möglich ist. Dennoch hat es zu allen Zeiten in christlichen Bestattungen mannigfaltige Beigaben gegeben und auch das einfachste Leichenhemd kann bereits als solche verstanden werden.
Auf die Gräber, die oft mit einer steinernen Platte bedeckt sind, werden Opfergaben gelegt, Lieblingsspeisen der Verstorbenen, vielleicht ein Fläschchen Schnaps und Zigaretten für den verstorbenen Opa, frische Blumen für die Oma.
Kaum ein Friedhofsbesucher weiß von der Besiedlung des Friedhofsgeländes bereits in vorchristlicher Zeit. Tatsächlich aber legten auch unsere Vorfahren hier schon ihre Begräbnisplätze an. Sieben Zeugen dieser Vergangenheit sind heute noch erkennbar und als Bodendenkmale 1976 unter besonderen Schutz gestellt worden. Darüber hinaus wurden im Laufe der fast 140jährigen Geschichte des Friedhofs bei Erdarbeiten zahlreiche Einzelfunde gemacht. Sie werden im Hamburger Museum für Archäologie und die Geschichte Harburgs (Helms Museum) aufbewahrt.
Historisch betrachtet blickt Hamburg-Ohlsdorf, der größte Parkfriedhof der Welt, bei Grabbeigaben auf eine Tradition, die bis in die mittlere Bronzezeit zurückreicht. Aus diesen Jahren, ca. 1600–1300 vor Christus, stammen die ältesten Grabbeigaben, die auf dem Gelände gefunden wurden.
Wissenschaftler bargen sie 1870 aus einem Hügelgrab (Planquadrat T/U 16).1 Eines der Gräber enthielt neben verschiedenen wertvollen Beigaben ein Bronzeschwert, das heute neben den anderen Beigaben in der Dauerausstellung des Helmsmuseums in Hamburg-Harburg ausgestellt ist.
Auf dem Ohlsdorfer Parkfriedhof kann jeder Besucher leicht erkennen, ob eine Grabstätte regelmäßig besucht und gepflegt, auch verschönert oder personalisiert wird. Die Vielfältigkeit der Mitbringsel und Verzierungen, die Art der Auswahl, Einordnung oder Aufhängung sagt eine Menge über Trauerverarbeitung.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg gibt es inzwischen drei verschiedene Kolumbarien. Sie befinden sich in der Kapelle 8, bei der Kapelle 11 und im Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf.
Das Grabmal der Familie Wilh. Burmeister, 1933 von Oskar Ulmer geschaffen, liegt direkt an der Cordesallee und ist von der Straße aus gut zu sehen. Vor einer breiten Grabwand aus Granit befindet sich auf einem niedrigen Sockel die Bronzeskulptur einer knienden Trauernden mit geneigtem Kopf, die Hände im Schoß zusammengelegt.
Am Sonnabend, 15. März 2014, findet die Tagung "Transmortale V – Neue Forschungen zum Thema Tod" statt, gemeinsam veranstaltet von der Universität Hamburg (Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und Historisches Seminar) und dem Museum/Zentralinstitut für Sepulkralkultur.
Unter dem Titel "Wo brennt‘s – Aktuelle Fragen der Feuerbestattung" findet am 15. Mai 2014 von 9.30 bis 16.00 Uhr im Leipziger KUBUS des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig) ein Symposium statt.