OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Diesseits – Jenseits, ein Garten-Projekt auf dem Ohlsdorfer Friedhof kann besichtigt werden

 - Mai 2013
Ausgabe: 
Nr. 121, II, 2013

Prof. Dr. Wolfram Weiße, Direktor der Akademie der Weltreligionen an der Universität Hamburg, eröffnete am 14. April 2013 das Garten-Projekt Diesseits-Jenseits, Gedenkkulturen der Weltreligionen auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Etwa 100 Interessierte hatten sich dazu am Bestattungsforum eingefunden. Auffällige Blickpunkte waren dabei nicht nur die leicht im Wind flatternden Flaggen mit Symbolen der fünf Weltreligionen, sondern auch die ineinander übergehende Farbenpracht der flächig gesetzten Frühjahrsbepflanzung, ein Novum im radial gegliederten Umfeld des dahinter aufsteigenden Mahnmales. Prof. Weiße betonte in seiner Ansprache, dass dieser Ort nicht nur dem interreligiösen Dialog dienen wird, sondern der gesamte Friedhof bereits ein interreligiöser Ort sei, ist doch dieser weltgrößte Parkfriedhof seit Anbeginn ein konfessionsoffener Friedhof. Er verwies dabei auf die vom Förderkreis herausgegebene, gleichnamige Broschüre und die themenbezogene Fotoausstellung im Friedhofsmuseum.

Vorab begrüßte Lutz Rehkopf als Vertreter der Friedhofsverwaltung die Anwesenden. In seinem Schlusswort betonte Holger Andresen als Vorsitzender des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e.V. die gute Zusammenarbeit mit dem Friedhof und bedankte sich insbesondere bei Prof. Weiße für die spontane Bereitschaft, die Eröffnungsansprache zu halten. Anschließend standen an den Info-Tafeln Vertreter der Weltreligionen bereit, den regen Nachfragen der Besucher, Rede und Antwort zu stehen.
Schon vorher und in den folgenden Tagen danach war das Garten-Projekt am Bestattungsforum ein vielbesuchter Ort. Positive Meinungen waren an der Tagesordnung. Ein begeisterter Teilnehmer der Eröffnung übermittelte dem Förderkreis einen Tag später mit guten Wünschen folgende Reime mit, wie er betont, inter-religiösem Charakter:

DIESSEITS - JENSEITS

Im Zentrum aller Ewigkeit
erschafft sich Gott in uns die Zeit.

Religionen rüsten zu
Im Gläubigen das ICH und DU.

Durch Zeit im Sein als Phänomen
Lässt Gott sich in die Karten seh’n.

Keiner kann zu Staub zerfallen.
Heiligkeit steckt in uns allen.

In ihrem hellen Heiligenschein
wird aus aller Zeit das Sein.

Jürgen Friedrich

Heft-Rubrik: 

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