Der Umgang mit den Toten ist in diesem Heft Schwerpunktthema. Jahrhunderte lang wurde er in Europa von der christlichen Religion bestimmt, wie Norbert Fischer in seinem historischen Überblick ausführt. Man glaubte wortwörtlich an die leibliche Auferstehung und wollte dafür den besten Platz haben.
Die Bestattungskultur ist nicht der einzige, aber der wohl vielschichtigste Aspekt des öffentlichen Umgangs mit toten Körpern. Bis weit in die Neuzeit hinein waren Tod und Bestattung eine Domäne der Kirche, die Muster der Trauerkultur wurden vom christlichen Glauben und kirchlichen Liturgien geprägt. Das Christentum hatte die Bestattung der Toten an und in den Kirchen verortet und damit im Zentrum der menschlichen Siedlungen. In Beinhäusern (Karnern) fand eine Zweit-Bestattung nicht verwester Skelett-Teile statt.
Im Folgenden geht es um die sogenannte Plastination, die durch Gunther von Hagens bekannt wurde. Bei diesem technischen Verfahren werden tote Körper zu festen, geruchlosen und dauerhaft haltbaren Präparaten konserviert und in wechselnden, als "Körperwelten" (u.a. "Körperwelten der Tiere", "The Story of the Heart", "Der Zyklus des Lebens") bekannt gewordenen Ausstellungen präsentiert.
Infolge einer inzwischen selbstverständlichen Mobilität in der Gesellschaft gibt es die seelische Not, den "einen" und "richtigen" Ort für Verstorbene zu finden und "für immer" festzulegen. Viele Menschen ziehen häufiger um als früher. Familien, die dort, wo sie leben und arbeiten, auch sterben, sind eher die Ausnahme.
Die Zukunftsplanungen für den Ohlsdorfer Friedhof sind in vollem Gange. Nachdem die Aufgaben für das Projekt Ohlsdorf 2050 ausgeschrieben worden sind und das Planungsbüro bgmr Stadtplanung Berlin den Zuschlag für die gartenarchitektonische Planung erhalten hat, fand am 1. Juli ein Expertengespräch mit dem Förderkreis statt. Dabei wurden die Ideen des Förderkreises lebhaft diskutiert.
Die Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e. V. ist der Meinung, dass eine Umbenennung der Kriegerehrenallee hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg mehr als überfällig sei und ruft dazu auf, Vorschläge für einen neuen Straßennamen zu machen. Die kriegsverherrlichende Bezeichnung sei seit langem nicht mehr zeitgemäß.
Am 7. Juni 2015 weihte der Verein Garten der Frauen im Beisein der Zweiten Bürgermeisterin von Hamburg, Frau Katharina Fegebank, einen Erinnerungsstein für alle jene Frauen ein, die in Hamburg Opfer der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung wurden. Rund 300 Besucherinnen und Besucher nahmen an der Veranstaltung teil.
"Wollt ihr einen Wald pflanzen?" - "Ja, genau, das wollen wir! Einen Wald für unsere Kinder, die gestorben sind. Für jedes Kind einen Baum, der zum Himmel wächst – einen Himmelsbaum auf Föhr!"
Schon im letzten Heft wurde berichtet, dass eine neue Gedenkfigur des "Redners" auf dem Ehrenhain der Widerstandskämpfer in Ohlsdorf mit Hilfe einer Spendenaktion aufgestellt werden konnte. Damals war es uns noch nicht möglich, auch ein Bild dieser Figur zu veröffentlichen, da das Erinnerungsmal noch nicht enthüllt war.
Eingeladen vom Bund Heimat und Umwelt, der das Jahr 2015 zum Jahr des historischen Friedhofs ausgerufen hat, und der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal kamen im Juni Denkmalpfleger, Friedhofsverwalterinnen, Gartenarchitekten, Wissenschaftlerinnen und Menschen, die sich für Friedhöfe engagieren, in Kassel zusammen.