Wie der Titel etwas plakativ offenbart, sind Beigaben in christlichen Gräbern strenggenommen Fremdkörper. Theologisch wird eine Beigabenpraxis nicht unterstützt, da alles, was über den bloßen Leichnam hinausgeht, nach jüdisch-christlichen Jenseitsvorstellungen überflüssig ist und somit eine Deutung anhand von Glaubensgrundsätzen nicht möglich ist. Dennoch hat es zu allen Zeiten in christlichen Bestattungen mannigfaltige Beigaben gegeben und auch das einfachste Leichenhemd kann bereits als solche verstanden werden.
Viele Denkmalämter und Kirchengemeinden stehen meist vor einem unerwarteten Problem, wenn eine Gruftanlage, oft aufgrund baukonservatorischer Gründe, geöffnet wird. Durch schlechte klimatische Bedingungen, aber häufiger noch durch anthropogene Eingriffe wie Vermauern von Belüftungsöffnungen, Plünderungen und Vandalismus, ist nicht nur die Bausubstanz in einem schlechten Zustand.
Seit 2011 gibt es die "Forschungsstelle Gruft", zu der die Wissenschaftler Regina Ströbl, Dana Vick und Andreas Ströbl gehören. Die Gruppe hat sich der Sepulkralarchäologie verschrieben und widmet sich vornehmlich der interdisziplinären Dokumentation und Untersuchung von neuzeitlichen Bestattungen von Grüften und Mausoleen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.
In den vergangenen Jahren ist die Dokumentation von Gruftbestattungen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert verstärkt in den Fokus der neuzeitlichen Sepulkralforschung gerückt.
Unter der Parochialkirche in Berlin-Mitte, einem bedeutenden Sakralbau der Barockzeit, befindet sich eine der eindrucksvollsten neuzeitlichen Gruftanlagen.
Gruftanlagen in Kirchen, Klöstern und Friedhöfen werden in der Regel wenig oder nicht beachtet, sofern es sich nicht um die Grablegen historischer Persönlichkeiten bzw. Adelsgrüfte handelt oder die Räume bauliche Probleme verursachen.