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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Neues vom "Garten der Frauen"

Autor/in: Rita Bake
Ausgabe Nr. 73, II, 2001 - Mai 2001

Es gibt schon etwas zu sehen im "Garten der Frauen" auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Es wird fleißig gearbeitet. Die Wege und die dazugehörenden Kantensteine für Wege und Beete sind errichtet und aufgestellt. Und auch die historischen Steine wurden schon in den "Garten der Frauen" umgesetzt und haben - wo es nötig war - eine Erneuerung der Inschriften erhalten.

Es sind die Grabsteine von:
1. Bertha Keyser (1868-1964), dem "Engel von St. Pauli", gründete ein eigenes Missionswerk
2. Henny Wolff (1896-1965) Konzert- und Oratoriensängerin
3. Mita von Ahlefeld (1891-1966) Schauspielerin u.a. im Theater im Zimmer und an den Kammerspielen
4. Gretchen Wohlwill (1878-1962) Malerin der Hamburgischen Sezession
5. Edith Weiss-Mann (1885-1951) Pianistin, Klavierpädagogin, Musikkritikerin
6. Karli Bozenhard (1866-1945) Schauspielerin am Thalia Theater
7. Marie Hirsch (1848-1911) Schriftstellerin
8. Anni Kalmar (1877-1901) Schauspielerin am Deutschen Schauspielhaus
9. Lotte Mende (1834-1891) Volksschauspielerin am Carl-Schultze-Theater
10. Emmy Ruben (1875-1955) Kunstmäzenin
11. Charlotte Kramm (1900-1971) Schauspielerin am Thalia-Theater
12. Yvonne Mewes (1900-1945) Lehrerin, leistete individuellen Widerstand gegen das NS-Regime
13. Wilhelmine Marstrand (1843-1903) Pianistin, Pädagogin am Konservatorium
14. Magda Bäumken (1890-1959) Schauspielerin am Ohnsorg-Theater
15. Elsa Teuffert (1888-1974), Politikerin, Bürgerschaftsabgeordnete der FDP, Vorstandsmitglied des Hamburger Frauenringes.

Der "Garten der Frauen" wird mit vielen Rosen und Duftpflanzen bepflanzt. Hochstämmige rote, duftende Rosen erhalten in Rank-Obelisken ihren benötigten Halt. Ein Rosenbogen, umrankt mit Kletterrosen ist das Entrée in den Garten. Weiße Parkbänke laden zum Verweilen ein. Eine runde Rasenfläche bepflanzt mit Krokussen, Schneeglöckchen und Märzbechern, in der Mitte eine hochstämmige Rose in einem Obelisken bildet den Mittelpunkt des Gedenkteils des "Gartens der Frauen".

Die Friedhofsverwaltung hat an der Cordesallee beim Wasserturm ein Hinweisschild zum "Garten der Frauen" aufgestellt. Auf dem Weg (Fußweg hinter dem Wasserturm) zum "Garten der Frauen" wird der Verein "Garten der Frauen" am Grabstein "Alport" eine Tafel zum Gedenken an Valerie Alport setzen (Kunstsammlerin, Freundin und Förderin der Malerin Anita Rée).

Auch die Möglichkeit des Erwerbs von Grabstellen stößt auf gute Resonanz. Es wurden bisher elf Grabstellen erworben. Eine 6er-Sarggrabstätte, auf der bereits zwei Bestattungen erfolgten, ist bepflanzt worden und erhält in absehbarer Zeit einen Grabstein für die dort bestatteten und noch zu bestattenden Frauen. Herr Beppler von der Firma "Schütt & Sohn" hat diesen Stein kreiert. Er besteht aus vier Kissensteinen in Form einer Meereswelle.

Wer Interesse an dem Erwerb einer Grabstelle hat, wendet sich bitte an den Verein "Garten der Frauen". Wir hoffen, dass unser "Garten der Frauen" Ende Juni 2001 eingeweiht werden kann. Dann wird es ein kleines Fest geben, zu dem die Leser schon jetzt herzlich eingeladen sind.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Bildhauer und Grabmäler (Mai 2001).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2020).