Ida Matton Grabmalskulptur
In der Kunst und Kultur lässt sich um 1900 eine motivische Vorliebe für die schwache, kränkelnde oder gar tote schöne junge Frau feststellen. Gleichzeitig begegnet uns auf den europäischen Friedhöfen der symbolisch aufgeladene weibliche Körper als beliebte Grabplastik. Diese (fast) lebensgroßen Frauenfiguren zeugen von den unterschiedlichen Weiblichkeitsidealen der Zeit der Jahrhundertwende. In Schweden finden sich ästhetisierte Darstellungen von Weiblichkeit insbesondere auch im Werk von Bildhauerinnen. So auch bei der aus einer schwedischen Fabrikantenfamilie stammenden Bildhauerin Ida Matton (1863–1940).
In der Zeit um 1800 vollzog sich ein Wandel in der Bestattungstradition und in der Einstellung zum Tod. Durch den, von den Gedanken der Aufklärung und den geänderten Hygienevorstellungen geförderten Prozess der Abkehr von den Beisetzungen im Inneren der Kirche, der einen Bruch mit der christlichen Tradition bedeutete, wurde die Vorrausetzung für freistehende Grabmonumente auf neu angelegten außerstädtischen Friedhöfen geschaffen.