OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Otto Linne, der Reformer

 - Mai 2007
Ausgabe: 
Nr. 97, II, 2007

Der Hamburger Garten- und Friedhofsreformer Otto Linne wurde 1919 – zunächst kommissarisch – Direktor des Ohlsdorfer Friedhofes.

Er galt als "Anwalt des sozialen Grüns" (Elke von Kuick-Frenz). Mit dem von ihm gestalteten Erweiterungsteil (so genannter "Linne-Teil") des bereits damals international bekannten Ohlsdorfer Friedhofes überwand Linne den landschaftlich-romantisierenden Stil seines Vorgängers Cordes und realisierte einen streng sachlichen, an geometrischer Formensprache orientierten Entwurf.

Titelseite
Titelseite Nr. 97 (Foto: Schulze / Privat)

Mit Hilfe strikter Gestaltungsvorschriften setzte Linne zugleich eine – in der Öffentlichkeit zunächst umstrittene – Grabmalreform auf dem Ohlsdorfer Friedhof durch. Unter dem Leitbild sozialer Gleichheit führte sie zur genormten Vereinheitlichung der Grabstätten. Heute gilt Linnes Ohlsdorf-Teil als repräsentatives Beispiel eines Reformfriedhofes des frühen 20. Jahrhunderts. Otto Linnes Todestag jährt sich in diesem Sommer zum 70. Mal – Anlass genug, dem Garten- und Friedhofsreformer die vorliegende Ausgabe zu widmen.

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