OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Begraben im Abseits

 - November 2004
Ausgabe: 
Nr. 87, IV, 2004

Friedhöfe sind Spiegelbilder von Kultur, Gesellschaft und Politik in den unterschiedlichen historischen Epochen. Ihre Geschichte kennt nicht nur weihevolle Trauerzeremonien und aufwändige Grabstätten, sondern brachte auch immer wieder sozial, kulturell oder religiös motivierte Ausgrenzungen hervor.

Viele Verstorbene blieben von einer „ehrlichen Bestattung“ ausgeschlossen und mussten mit dem sepulkralen Abseits vorlieb nehmen. Zu ihnen zählen jene, die freiwillig aus dem Leben geschieden waren – auf christlichen Friedhöfen fanden Selbstmörder über Jahrhunderte hinweg keinen Platz. Auch totgeborene oder kurz nach der Geburt ohne Taufe verstorbene Kinder konnten auf kirchlichen Begräbnisplätzen keine reguläre Bestattung beanspruchen. Zu den sepulkralen Außenseitern gehörten darüber hinaus die unbekannten Strandleichen, die an den Küsten von Nord- und Ostsee über Jahrhunderte hinweg an Ort und Stelle verscharrt wurden.

Titelseite
Titelseite Nr. 87 (Foto: Mauss)

„Begraben im Abseits“ – in der Friedhofs- und Bestattungsgeschichte sind die unterschiedlichen Formen der sepulkralen Ausgrenzung bisher wenig beachtet worden. Das vorliegende Heft möchte anhand einiger ausgewählter Fallstudien auf diesen kulturell und gesellschaftlich so bedeutsamen Themenkomplex aufmerksam machen.

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