Der "Garten der Frauen" auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für jene neuen Anlagen, die zur Partikularisierung des Friedhofsraumes zählen. Waren Friedhöfe über lange Zeit hinweg vor allem durch Familien- und Einzelgräber geprägt, so stellen sie in jüngerer Zeit ein Patchwork unterschiedlicher Funktionsräume dar. Der "Garten der Frauen" ist hier insofern ein Sonderfall, als er sowohl ein Freilichtmuseum historischer und aktueller Grab- und Gedenkkultur ist als auch Bestattungsplätze bietet. Bald nach seiner Gründung durch den gleichnamigen Verein im Jahr 2001 erregte er ein breites mediales Interesse.
Die Redaktion hat die Initiatorin der Anlage, Dr. Rita Bake, gebeten, einmal die Geschichte dieses Projektes zusammenzufassen. Der Hamburger Steinmetz Bert Ulrich Beppler zählt zu jenen Akteuren, die den sepulkralen Raum des "Gartens der Frauen" maßgeblich gestaltet haben. Darüber berichtet ein weiterer Artikel, das Titelthema wird sodann ergänzt durch einen Beitrag vom Berliner Redaktionsmitglied Stephan Hadraschek über eine vergleichbare Anlage in Berlin. Und auch der Beitrag von Petra Schmolinske über das Lippert-Grabmal ist mit dem "Garten der Frauen" verknüpft, denn von dort stammt die Info-Tafel an der Grabstätte. Informationen zu den Jubiläumsveranstaltungen im "Garten der Frauen" sind unter www.garten-der-frauen.de sowie in diesem Heft unter "Veranstaltungshinweise" zu finden.