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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Rolf Verleger / Nathanja Hüttenmeister (Hrsg.): HAUS DER EWIGKEIT - Der jüdische Friedhof Stockelsdorf

Solivagus Verlag Lübeck 2019, ca. 162 Seiten, ca. 40 Fotografien, ca. 10 Grafiken

Lübeck besitzt zwei jüdische Friedhöfe, von denen derjenige in Moisling als größter jüdischer Friedhof in Schleswig-Holstein gilt. Über den relativ kleinen Begräbnisplatz in Stockelsdorf ist nun ein schön gestaltetes Buch herausgekommen, an dem ein siebenköpfiges Autoren-/Künstler-/Fotografenteam gearbeitet hat, und das die verschiedenen Aspekte des Friedhofs umfassend in den Blick nimmt.

Die Texte beginnen mit der Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein und speziell Stockelsdorf, das früher Falckenburg hieß; gefolgt von einem Beitrag, in dem die Trauer in der jüdischen Tradition, sowie die Grabinschriften und die Datierungen in den Blick genommen werden. Danach wird der Stockelsdorfer Friedhof mit seinen heute noch erhaltenen – insgesamt 36 – Grabsteinen ausführlich vorgestellt. Zu jedem Grabstein gibt es mindestens ein Bild, die Inschriften sind wiedergegeben und in einem Text wird erläutert, an wen der Stein erinnert.

Die jüdische Gemeinde in Stockelsdorf bildete sich am Anfang des 19. Jahrhunderts und löste sich bald nach der Mitte des Jahrhunderts schon wieder auf. Zurück blieb der Friedhof, auf dem noch bis 1919 Angehörige ehemaliger Stockelsdorfer Juden beerdigt wurden. Die Textseiten vor dem ausführlichen Grabsteinkatalog sind von künstlerisch bearbeiteten Foto-Grafiken des Bad Kreuznacher Grafikers René Blättermann unterbrochen. Auf seinen Bildern lösen sich Grabsteine in Farben und Formen auf und erinnern so an die Vergänglichkeit alles Irdischen.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Kunst in Hamburg (November 2019).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2020).