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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Die Broschüre zur "European Cemeteries Route – A Cultural Route of the Council of Europe"

Broschüre
Titelbild der Broschüre "Euroean Cemeteries Route - A Cultural Route of the Council of Europe". Foto: ASCE

Da diese Broschüre zurzeit nur in Englisch und Spanisch zu lesen ist, soll hier mit der freien Übersetzung des Textes zu den Friedhöfen von Lecco ein kleiner Einblick gegeben werden, welche Informationen darin zu finden sind:
CIMITERO MONUMENTALE und CIMITERO PAESAGGISTICO in LECCO, Italien
Adresse: Villa Manzoni, Via Don Luigi Guanella, 1, Lecco, 23900
Telefon: +39 0341 682442; Information: www.amicideimusei-mikrokosmos.it
Die beiden Begräbnisplätze, die in Lecco zur Friedhofsroute gehören, sind ganz unterschiedlich. Der größere Cimitero Monumentale liegt im Stadtzentrum und wurde 1882 eröffnet. Er liegt zwischen dem alten Friedhof und dem Fluss Gerenzone, in Parini Lecco, nicht weit von der Kirche St. Nicolas, gerade außerhalb der Mauern der Altstadt. Der Entwerfer, Enrico Gattinoni, schuf eine rechtwinkelige Wegestruktur mit vier Feldern für allgemeine Bestattungen (drei für Erwachsene und eines für Kinder unter zehn Jahren). An den Wegrändern befinden sich zeitlich begrenzte private Grabplätze und an der Mauer liegen 180 Grüfte auf Friedhofsdauer. Auf drei Seiten der Mauer und in der achteckigen Kapelle in ihrer Mitte gibt es ein Oratorium und 22 Familiengrüfte, die durch einen Umgang miteinander verbunden sind. Auf Nachfrage von Privatpersonen wurden später weitere 20 Kapellen rechts und links davon angebaut, die sich strikt an das Vorbild der Originalbauten halten. So schließt diese wunderschöne neugotische Arkade den Friedhof auf drei Seiten ein und ist eine elegante Ausnahme in der sonst dominanten neoklassizistischen Architektur des Begräbnisplatzes. Ihr Entwurf stammt von Mazzocchi Cesar Milan.

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Privatkapellen und Kreuzweg zur Grotte, Cimiterio Paesaggistico, Lecco. Foto: ASCE

Der Friedhof enthält eine größere Zahl von Skulpturen, die um die Jahrhundertwende besonders in den Arkaden aufgestellt worden sind. Viele wurden bei bekannten Künstlern bestellt, deren Werke die Plätze und den Monumentalfriedhof von Mailand schmücken.

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Grabmale am Hang, Cimiterio Paesaggistico, Lecco. Foto: ASCE

Dagegen besitzt der kleinere Cimitero Paesaggistico di Laorca eine geradezu spektakuläre Lage. Er befindet sich außerhalb des Stadtzentrums direkt unter den Bergen, die Lecco umgeben. Von seinen Terrassen genießt man einen herrlichen Ausblick über die Stadt und den Comer See. Am Fuße der Felsen, wo offene Kalksteinhöhlen und Spalten eine Art natürliches Amphitheater geschaffen haben, wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine Reihe von privaten Grabkapellen errichtet. Dort stehen auch die alte Friedhofskirche San Giovann ai morti und die Kapellen eines Kreuzweges. Die Kirche, die St. Johannes Chrysostomus geweiht ist, wurde bereits 1289 erwähnt. Sie besitzt auch einen Karner für die Toten der Pest von 1649 und wurde 1846 erweitert. Der einschiffige Innenraum ist reich mit Stuck und historischen Fresken verziert. Auf den Terrassen lehnen sich architektonische Grabmale direkt an die Felswände an. Bekannte Bürger der Stadt sind hier beerdigt, wie zum Beispiel der Industriekapitän Gorgo Enrico Falck und seine Frau Irene Dubini.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Die Europäische Route der Friedhofskultur (Mai 2012).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2020).