OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Die gartendenkmalpflegerische Überarbeitung des Südteichs

 - Mai 2018
Ausgabe: 
Nr. 141, II, 2018

Wer einen Boden fruchtbar machen möchte, muss ihn zunächst umpflügen.

Deshalb ist das, was wie ein Werk der Zerstörung aussieht, ein erster Schritt zur Wiederherstellung des Südteichs und seiner Anbindung an die Sichtachse Kapelle 1 - Cordesbrunnen - Südteich - Rosengarten - Cordesdenkmal sowie der Umgebung.

Diese Umgestaltung erfolgt im Rahmen des Projekts Ohlsdorf 2050 und ist eines der derzeit 13 Teilprojekte. Die Rückschnitte der Stangengehölze, die sich in den vergangenen Jahrzehnten dort verbreitet haben, und der Rhododendren, sowie die Fällung von Bäumen musste vor der Vogelbrut erfolgen und waren eine Vorgabe des Naturschutzes. Was durch das ausufernde Grün jetzt wieder sichtbar wird, ist die Struktur der Insel, insbesondere die Gestalt der Buchten und die Böschungen. Jetzt wird, auch wenn noch kein Grün wieder darüber liegt, die "Handschrift" Wilhelm Cordes sichtbar, der 1889 den Südteich von einer Viehtränke in den Bestandteil seines Gartendenkmals verwandelte.

Südteich
Südteich. Foto: B. Leisner 2018

Wie geht es weiter? Die Planung sieht vor, den Südteich, der ursprünglich von drei Brücken erschlossen war, wieder mit einer Brücke zugänglich zu machen, und zwar diejenige, die der Cordesallee direkt zugewandt war. Auf die übrigen Brücken soll verzichtet werden. Anschließend sollen Wege zu Bänken führen, die einen Blick auf eines der Ohlsdorfer Juwele erlauben, den Rosengarten mit dem Cordesdenkmal. Auch die Bepflanzung soll überarbeitet werden, allerdings sollen die Sichtachsen erhalten bleiben. In Zukunft soll dann dieser Zustand durch eine nachhaltige Pflege verstetigt werden, so dass eine Verwilderung vermieden wird und der Südteich auch nach Jahren noch ein angemessenes Bild zeigt.

Die Rückschnitte nehmen allerdings einigen Vögeln die Nistmöglichkeiten in einem durch das Wasser geschützten Bereich. Daher wurden die Rückschnitte sorgfältig abgewogen. Mit dem Ergebnis, dass der Rhododendronbewuchs ökologisch wertlos ist: In den Büschen brütet kein Vogel und findet sich kein Insekt, er besteht aus einem Blätterpelz mit trockenem und lichtlosen Inneren. Auf anderen Flächen des Ohlsdorfer Friedhofs sind bereits jetzt Flächen entstanden, die der Nutzung "Park extensiv" zuzuordnen sind und den Verlust der kleinen Fläche am Südteich mehr als ausgleichen. Es werden, auch im Rahmen des Projekts, künftig noch weitere entstehen, denn Natur- und Umweltschutz werden auf dem Friedhof großgeschrieben.

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