Wie spiegeln Grabplastiken das Frauenbild ihrer Zeit wider? Der Beitrag nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zu den eindrucksvollen Werken der schwedischen Bildhauerin Ida Matton und zeigt, wie Kunst, Erinnerung und Geschichte auf Friedhöfen auf eine einzigartige Weise miteinander verschmelzen.
Ida Matton Grabmalskulptur
In der Kunst und Kultur lässt sich um 1900 eine motivische Vorliebe für die schwache, kränkelnde oder gar tote schöne junge Frau feststellen. Gleichzeitig begegnet uns auf den europäischen Friedhöfen der symbolisch aufgeladene weibliche Körper als beliebte Grabplastik. Diese (fast) lebensgroßen Frauenfiguren zeugen von den unterschiedlichen Weiblichkeitsidealen der Zeit der Jahrhundertwende. In Schweden finden sich ästhetisierte Darstellungen von Weiblichkeit insbesondere auch im Werk von Bildhauerinnen. So auch bei der aus einer schwedischen Fabrikantenfamilie stammenden Bildhauerin Ida Matton (1863–1940).