OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Arthur Bock - Eine Kurzbiographie

 - März 2008
Ausgabe: 
Nr. 100/101, I+II, 2008

Der Bildhauer Arthur Bock wurde am 12. Mai 1875 in Leipzig geboren. Das künstlerische Werk von Arthur Bock (Plastiken, Grab- und Denkmale) ist im Hamburger Stadtbild, insbesondere auf den Friedhöfen, bis heute präsent.

Arthur Bock
Arthur Bock in seinem Atelier. Foto: Archiv

Der Bruder des Zeichners, Grafikers und Malers Hanns Bock studierte an der Gewerbeschule und Akademie in Leipzig und war Schüler von Georg Kugel in Gotha. 1894-1897 war Arthur Bock an der Kunstgewerbeschule in Dresden, 1897-1900 an der Königlichen Akademie in Berlin. Ab 1903 wirkte er für 40 Jahre als Kunstprofessor in Hamburg und lehrte an der privaten Malschule von Gerda Koppel. Bock zählte zur Hamburger Künstlervereinigung und verkehrte bei Oscar Troplowitz. Ab 1905 beteiligte er sich an Gemeinschaftsausstellungen u.a. in Hamburg, Berlin, München und Leipzig. In Hamburg wurde er bekannt mit seinen Allegorien der Winde (St. Pauli-Landungsbrücken, 1909), Diana mit Hunden (Stadtpark, 1911), Justitia (Oberlandesgericht, 1912) und den allegorischen Plastiken am Sievekingplatz (ehemalige Brunnenanlage, 1912). Darüber hinaus schuf Bock allein für den Ohlsdorfer Friedhof über 50 Arbeiten, darunter das Grabmal Troplowitz/Mankiewicz (1918; zusammen mit Fritz Schumacher und Hugo Klugt). Weitere wichtige Arbeiten auf Hamburger Friedhöfen sind u.a. das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (Hauptfriedhof Altona; um 1925), das Grabmal Otto Ernst (Großflottbeker Friedhof; 1926) und das Denkmal auf dem Mennonitenfriedhof in Bahrenfeld (1937). Außerdem schuf Bock zwischen 1912 und 1938 Grabmäler für den Friedhof Eisenach, Hauptfriedhof Kassel, Melatenfriedhof Köln, Friedhof Bad Oldesloe, Cimetière du Bois-de-Vaux Lausanne und Südfriedhof Kiel sowie das Gefallenendenkmal für den Kirchenvorplatz Otterndorf (1922/23) und die Schwenkenbecher-Büste für das Marburger Klinikum Langenberge (1949). Nach 1933 kam Arthur Bock mit seiner monumental-blockhaften, immer wieder "heroisch" wirkenden Kunst der nationalsozialistischen Ideologie entgegen und schuf u.a. die Bronzebüste für den Leiter der NSDAP-Auslandsgruppe Schweiz, Wilhelm Gustloff, der nach einem tödlichen Attentat 1936 von den Nationalsozialisten zum Märtyrer stilisiert wurde. Bock starb am 26. Oktober 1957 in Ettlingen.

(Erstveröffentlichung in: Hamburgische Biografie. Personenlexikon. Hrsg. von Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke. Band 1, Hamburg 2001, S. 49-50)

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