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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Sterben und Tod im ländlichen Raum. Blankenhainer Berichte Band 6, 1999

Hrsg.: Jürgen Knauss im Auftrag des Agrar- und Freilichtmuseums Schloß Blankenhain. 110 Seiten

Das Agrar- und Freilichtmuseum Schloß Blankenhain in Sachsen klammert auch das Thema Tod nicht aus; so sind dort unter anderem bauliche Dokumente einer Leichenhalle und drei Leichenwagen zu sehen. Der vorliegende, sehr informative und spannende Band besteht aus unterschiedlichen Beiträgen verschiedener Autoren sowohl zur Trauerkultur im allgemeinen, als auch zu Besonderheiten im ländlichen Bereich, die verschiedene Schlaglichter auf die Erscheinungsformen und die Entwicklung dieses Lebensgebietes werfen.

Die mehr regional geprägten beispielsweise von Annegret List oder Gerhard Seib verfaßten Beiträge überzeugen durch gründliche, sorgfältige Recherchen und eine gut lesbare Aufbereitung der Quellentexte. Die allgemein gehalteneren Aufsätze etwa von Barbara Happe oder Norbert Fischer beeindrucken durch ihre fundierte Sachkenntnis und Aussagekraft. In die Zusammenstellung des Bandes flossen auch historische Zeugnisse ganz besonderer, bewegender Art ein.

So gibt Dagmar Schreiter in einem Aufsatz über das Blankenhainer Kriegerdenkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges einen Zeitzeugenbericht eines Pfarrers über die Verhältnise in Blankenhain während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 wieder, der bei den Sanierungsarbeiten des Denkmals unter dem Stein in einer Zinkblechkassette gefunden wurde.

Annegret List berichtet über eine der letzten Frauen, die den Beruf einer Heimbürgin, also einer Leichenfrau, in der DDR ausgeübt haben. Aus dem letzten Beitrag des Bandes, der die aktuellen, doch wohl zeitlos gültigen Gedanken einer Pfarrerin zu dem Thema "Sterben heute" wiedergibt, sei abschließend folgender Satz zitiert: "Trauern ist harte Arbeit."

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Grabmal-Freilichtmuseen (August 2000).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2020).