OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Gerhard Hölzle: Der gute Tod - Vom Sterben und Tod in Bruderschaften der Diözese Augsburgs und Altbaierns.

 - Februar 2000
Ausgabe: 
Nr. 68, I, 2000

Augsburg 1999, 280 S. (= Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte e.V., Sonderreihe, Heft 4)

Unter den historischen Formen der organisierten Totenfürsorge sind die katholischen Bruderschaften bisher wenig untersucht worden. Der Münchener Germanist und Kunsthistoriker Gerhard Hölzle hat sich in seiner Dissertation mit diesem Thema für einen regional begrenzten Raum im südlichen Bayern beschäftigt.

Bei den Bruderschaften handelt es sich um "eine Vereinigung von laikalen Katholiken unter geistlicher Führung eines Priesters", die - so berichtet Hölzle - "ohne langes Reden auf vielfältige Weise den Kranken hilft, die Trauernden stützt und der Toten gedenkt". Ihre Geschichte geht auf die Verbrüderung zwischen Klöstern im frühen Mittelalter zurück. Den religiösen Hintergrund bildeten die Vier Letzten Dinge (Tod, Gericht, Hölle und Himmel), mit denen jeder Katholik konfrontiert war und sich dabei einer "ungewissen, gar angstmachenden Zukunft" ausgesetzt sah. Die Bruderschaften hatten die Aufgabe, ihren Mitgliedern bei der Vorbereitung auf einen "guten Tod" zu helfen, sie beim Sterben zu begleiten und ihnen durch Gedenken und Sorge ums Seelenheil auch nach dem Tod beizustehen. Ihre Mitglieder verpflichteten sich zu Gebeten und Gottesdiensten, Wallfahrten und Prozessionen, zur Krankenbetreuung und Sterbebegleitung und zum Besuch von Seelenmessen. Die Bruderschaften wählten sich jeweils unterschiedliche Heilige als Patrone.

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts stand das Bruderschaftswesen, wie Gerhard Hölzle schreibt, "in reichster Blüte": Bruderschaften waren ein "Massenphänomen" – es gab sie in fast allen Orten, und nahezu alle Einwohner zählten zu ihren Mitgliedern. Heute hingegen sind diese religiösen Vereinigungen kaum noch bekannt, auch wenn einzelne von ihnen bis ins 20. Jahrhundert existierten.

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