OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

"Kriegslandschaften: Gewalt, Zerstörung und Erinnerung".

 - Februar 2015
Ausgabe: 
Nr. 128, I, 2015

Tagung 27.–29. März 2015 in Hamburg, Friedhof Ohlsdorf (Bestattungsforum), Fuhlsbüttler Straße 758.

Veranstalter: Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und Historisches Seminar (Universität Hamburg), Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (Landesverband Hamburg), Organisation: Dr. Nele Fahnenbruck, Prof. Dr. Norbert Fischer, Dr. Anna-Maria Götz, Prof. Dr. Sabine Kienitz, Prof. Dr. Franklin Kopitzsch

Kriege haben – bedingt durch den Einsatz von Waffengewalt, aber auch durch militärische Bauwerke sowie organisierte Formen von Erinnerungskultur – vielfältige Spuren im städtischen und ländlichen Raum hinterlassen. Dazu zählen nicht nur Schlachtfelder, Bombenschäden und Wracks, sondern auch Gräben, Stellungen, Bunker, Forts und andere Befestigungsanlagen sowie Baracken für Flüchtlinge und Zwangsarbeiter/innen, Memorials und Bestattungsplätze. Auf diese Weise sind vielfältige "Gedächtnislandschaften" entstanden, die mit ihren Relikten und Artefakten zahlreiche Indizien bieten, wie stark die zerstörerische Wirkung von Kriegen sich bis heute im Raum materialisiert hat und sichtbar geblieben ist. Die Tagung verfolgt dabei das Ziel, insbesondere diese Wechselwirkungen zwischen Krieg, Landschaft und Gedächtnis in ihren kulturellen, historischen und gesellschaftspolitischen Potenzialen auszuloten. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die kulturellen Strategien im Umgang mit der Materialität des europäischen und außereuropäischen Gedächtnisraumes vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Mit der Tagung wird angestrebt, drei Ebenen im Sinne von Zeitschienen, aber auch im Sinne von Akteursperspektiven zu thematisieren und diese analytisch miteinander zu verklammern: 1. das zugrunde liegende Ereignis und seine Relikte, 2. Historische Artefakte der Erinnerungskultur (Denkmäler u.ä.), 3. der aktuelle, heutige Umgang mit diesen Relikten und Artefakten. Damit schließt die Tagung an den Workshop "Topografie des Verborgenen – Kriegslandschaften in Norddeutschland" (Hamburg, 7./8. September 2012) an. Im multiperspektivischen Diskurs soll nunmehr die Basis für eine Topografie der "Gedächtnislandschaft Krieg" und damit für mögliche weitere Forschungen und Projekte erarbeitet werden.

Vorläufiges Programm:
27.3.15
18.30–19.30 Öffentlicher Abendvortrag: Christian Fuhrmeister: "Heimat in der Fremde" – Das Konzept 'Totenburg' und seine Implikationen

28.3.15
9.30–11.00 Axel Zutz, Cottbus: Landschaftsarchitekturen des Krieges
Felix Koltermann, Berlin: Die Landschaft als Erinnerungsraum im Werk israelischer Fotografen
11.30–13.00 Gunnar Maus, Kiel: Praktiken ortsbezogenen Erinnerns. Eine Erkundung von Erinnerungslandschaften des Kalten Krieges am Beispiel von vorbereiteten Sperranlagen.
Frauke Brammer, Trier: Die räumliche Materialität der Erinnerung. Spuren kanadischer Militärbasen in der Bundesrepublik Deutschland
14.30–16.00 Thomas Irmer, Berlin: NS-Zwangsarbeit in Berlin – Erinnerung in der ehemaligen Rüstungsmetropole.
Sina Sauer, Hamburg: Ein Ort stört. Relikte des Hannoverschen Bahnhofs zwischen Erinnerung und Stadtplanung
16.30–18.00 Akiko Takenaka, Kentucky: Ruins for Peace: Architectural Survivors of Hiroshima and Nagasaki.
Angieszka Gebczynska, Danzig: The history of the Second World War embedded into the memorial landscape of a city – illustrated with an example of Warsaw and Berlin

29.3.15
9.30–11.00 Flavio Venturelli, Karlsruhe: Zwischen Gustav- und Gotischer Linie: Besatzung, Widerstand und Befreiung in den Denkmalkulturen der Region Marken, Italien.
Christoph Rass/Andreas Stele, Osnabrück: 'Flüchtige' Schlachtfelder als Kriegslandschaften entschlüsseln. Interdisziplinäre Ansätze zwischen Magnetometrie, Archäologie und Geschichtswissenschaft
11.30–13.00 Silke Göttsch-Elten, Kiel: Visualisierungsstrategien von Schlachtfeldern im 19. Jahrhundert.
Karla Vanraepenbusch, Löwen: The Great War and Memory in Belgium: street names in the cityscapes of Antwerp and Liège
14.30–16.00 Snežana Stankovic, Belgrad: Friedhöfe als Orte der Unruhe.
Susanne Ude-Koeller, Nürnberg: (Titel bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt)
16.30–18.00 Malgorzata Swider, Opole: Zwischen Vernichtung und Restaurierung. Deutsche Kriegsdenkmäler in Oppelner Schlesien.
Marco Dräger, Göttingen: Krieg, Gesellschaft, Gedächtnis – Kriegerdenkmäler als materialisierte Erinnerung an Kriege

Heft-Rubrik: 

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