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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Kammersängerin Helga Pilarczyk - Eine Ausstellung im historischen Wasserturm auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Autor/in: Rita Bake
Ausgabe Nr. 117, II, 2012 - Mai 2012

Der Verein Garten der Frauen e.V. hat der Kammersängerin Helga Pilarczyk (1925-2011) eine eigene Ausstellung gewidmet, zu betrachten im historischen Wasserturm an der Cordesallee vom 13. Mai bis Ende September 2012 jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr. Helga Pilarczyk wurde im nahen Garten der Frauen bestattet.

Helga Pilarczyk war langjähriges Mitglied im Ensemble der Hamburgischen Staatsoper. 1951 gab sie ihr Debüt als Opernsängerin am Staatstheater in Braunschweig. Mit der Spielzeit 1954/1955 wechselte sie als dramatischer Sopran zur Hamburgischen Staatsoper, wo sie bis einschließlich der Spielzeit 1966/1967 fest engagiert war. Helga Pilarczyk sang in Hamburg fast alle wichtigen Fachpartien und entwickelte sich zur führenden Interpretin moderner Musik, insbesondere der Zwölftonmusik des 20. Jahrhunderts. Ihre Glanzrollen, mit denen sie auch international erfolgreich gastierte, waren vor allen anderen die Marie in "Wozzeck" und die Titelrolle in "Lulu" von Alban Berg. Außerdem gehörten das Monodrama "Erwartung" und der Gedichtzyklus "Pierrot Lunaire" von Arnold Schönberg zu ihren wichtigsten Gesangsstücken. Helga Pilarczyk hatte Gastverträge z. B. am Opernhaus Zürich und an der Deutschen Oper Berlin. Sie trat u. a. an der Covent Garden Opera in London, an der Washington Opera, an der Mailänder Scala, bei den Wiener Festwochen und an der Metropolitan Opera in New York auf. 1967 zog sie sich aus familiären Gründen weitgehend von der Opernbühne zurück, um sich der Erziehung ihrer Kinder zu widmen. Fortan trat sie nur noch selten auf. Ab 1975 nahm Helga Pilarczyk Lehraufträge wahr und unterrichtete kontinuierlich. Für ihre musikalischen Verdienste wurde Helga Pilarczyk in Hamburg zur Kammersängerin ernannt.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Die Europäische Route der Friedhofskultur (Mai 2012).
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