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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Gemeinschaftsgrab für nicht lebend geborene Kinder

„Um die Würde des noch nicht zum vollen Leben gekommenen menschlichen Lebens zu achten”, so das katholische Marienkrankenhaus Hamburg, hat es für die Bestattung aller nicht lebend geborener Kinder, für die es keine gesetzliche Beisetzungspflicht gibt oder deren Angehörige nicht selbst für eine Ruhestätte sorgen, vor drei Jahren auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein Patenschaftsgrab übernommen (Grablage X 4, 42-43).

Dort werden zweimal jährlich – im Frühjahr und im Herbst – nach einer ökumenischen Trauerfeier bis zu 60 Föten in einer Urne beerdigt.

Grabmal Marienkrankenhaus
Grabmal Marienkrankenhaus, Friedhof Ohlsdorf (Foto: Schreiber)
Inschrift: "Die Kinder, die gestorben sind, bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten, geben wir in das Licht Gottes."

Ein ohne Lebenszeichen im Marienkrankenhaus geborenes Kind wird dort in einem sogenannten Moseskörbchen aufbewahrt. Auf Wunsch bekommen die Eltern zur Erinnerung eine Urkunde mit Foto, Fuß- und Handabdruck und eventuell auch eine Haarlocke. Den Angehörigen wird zudem eine intensive Trauerbegleitung angeboten. Daran sind die unmittelbar am Geschehen beteiligten Personen sowie die Geistlichen des Krankenhauses beteiligt. Darüber hinaus erhalten die Hinterbliebenen eine Einladung zur nächsten Beisetzung in Ohlsdorf, Informationen über weitergehende seelsorgerliche Betreuung, über Gesprächskreise trauernder Eltern und Selbsthilfegruppen.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Baumbestattungen (Februar 2004).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2022).