OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Der Vortrag von Sabine Hansen über Uhu, Libelle und Co. auf dem Ohlsdorfer Friedhof und die Mitgliederversammlung

Autor:
 - Mai 2018
Ausgabe: 
Nr. 141, II, 2018

Der Ohlsdorfer Friedhof ist alles andere als unbelebt – in seinem weitläufigen Waldgebiet mit den alten Bäumen duftet es nach Blüten und die Vögel zwitschern.

Der Friedhof ist viel mehr als nur ein Ort, um Verstorbene zu begraben. Ohlsdorf ist wie ein "Naherholungsgebiet", eine sehr wertvolle grüne Insel inmitten der Metropole Hamburg, in dem die verschiedensten Tierarten eine wunderbare Rückzugsmöglichkeit finden.

Sabine Hansen, Biologin und seit 2013 Mitglied des Hamburger Landesverband NABU, der sich z.B. u.a. für den Insekten- und Naturschutz einsetzt, erzählte in ihrem interessanten Vortrag am 11. März 2018 von der verborgenen Tierwelt auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Abgesehen von Eichhörnchen, Wildgans oder Blaumeise, denen man täglich auf dem Friedhof begegnet, ist der Friedhof mit seinem alten Baumbestand und großen Wiesenflächen, als auch den zahlreichen Teich- und Bachanlagen ein wunderbarer Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, die man nicht immer sieht. So erzählte Frau Hansen u.a. von verschiedenen Fledermausarten, Erdkröten und Libellen bis hin zu Wasser- und Eisvögeln. Interessant waren vor allem die Schmetterlingsnamen Waldbrettspiel, Aurorafalter und Schornsteinfeger, und auch über eine Stadt der Schmetterlinge wurde berichtet. Es soll sogar Füchse und ausgewachsene Rehe auf dem Ohlsdorfer Friedhof geben. Zahlreiche Hecken und Rhododendren bieten den Vögeln einen Rückzugsort zum Brüten. Der interessanteste aller Ohlsdorfer Vögel aber ist der größte Raubvogel Europas: der Uhu, wobei das Ohlsdorfer Vogelpaar sicher die bekanntesten Uhus Deutschlands sind. Für viele Friedhofsbesucher ist die Beobachtung der wilden Uhus zwischen den Grabsteinen eine große Attraktion.

Sabine Hansen betonte, dass der Lebensraum für Tiere ein Rückzugsort sein sollte, der naturgetreu gestaltet ist, um die Natur für die Tierwelt zu schützen. Das heißt aber auch: Was für das menschliche Auge ordentlich ist, ist nicht immer gut für die Natur. Es darf also auch mal das Laub liegen bleiben und es muss nicht alles aufgeräumt werden. Abschließend lernten die Zuhörer, dass der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer ist, sondern aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ein Ort der Schönheit und Vielfalt der Natur.

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Ein Eindruck vom Vortrag von Sabine Hansen (NABU) über das verborgene Tierleben auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Foto: O. Diel

Im Anschluss an den Vortrag über die Tierwelt auf dem Ohlsdorfer Friedhof folgte die Mitgliederversammlung des Förderkreises. Der Vorstand konnte mit Freude zahlreiche Gäste begrüßen – insgesamt waren um die 60 Personen gekommen. Im letzten Jahr führten die Mitglieder des Förderkreises 142 individuelle Führungen durch, die meistens von privaten Reisegruppen gebucht wurden. Öffentliche Führungen sind aus Kapazitätsgründen begrenzt, einmal im Monat werden aber öffentliche Führungen angestrebt. 2017 waren es 25 öffentliche Führungen.

Es gibt vier wichtige Neuigkeiten:

1. Der Förderkreis freut sich, dass er mit einer jährlichen Spende von 500 Euro vom Hamburger Friedhöfe -AöR- unterstützt wird.

2. Es wurden fünf kulturhistorisch beachtliche Grabsteine aufwendig aus den Mitteln des Förderkreises renoviert, zwei weitere sind bereits im Gespräch.

3. Es gibt bald eine neue Webseite, die der Website der Hamburger Friedhöfe -AöR- ähnlich ist. Sie wird mehr Bilder und weniger Text als die jetzige Website haben und den Fokus auf die Interessen der Leser legen.

4. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Herr Michael Karbenk gewählt und vom Vorstand herzlich begrüßt. Er ist Steinmetz und Architekt. Schon sein Vater Alfred Karbenk, langjähriger Innungsmeister, war Gründungsmitglied des Förderkreises und bis 2002 aktiv für den Förderkreis tätig. Holger Andresen wurde auf Vorschlag von Herrn Dr. Hans-Jörg Mauss zum Ehrenmitglied gewählt. Herr Andresen hat sich von 2009 bis 2016 als 1. Vorsitzender um den Förderkreis verdient gemacht.

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