OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Doppeltes Pech

 - Februar 2018
Ausgabe: 
Nr. 140, I, 2018

Während die "normalen" Friedhöfe mit Rückgang der Bestattungszahlen und zu viel Platz zu kämpfen haben, sind Tierbestattungen zurzeit noch ein boomender Markt.

Jetzt werden auch erste Schritte unternommen, um die Bestattung von Mensch und Tier in einem Grab zu ermöglichen. Das sagt sicher nicht jedem zu, aber bei dem heutigen Trend zu immer mehr Individualität ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch dies Normalität wird.

Dabei taucht möglichweise die Frage auf, wie oft so etwas denn wohl illegal schon praktiziert worden ist. Im Ohlsdorfer Friedhofsmuseum kommt man mit Besuchern über die verschiedensten Themen ins Gespräch – und so wurde uns auch einmal eine dazu passende Geschichte zugetragen.

Mit einer Besucherin unterhielten wir uns über das neue Krematorium und kamen auch auf das KZ-Opfer-Mahnmal zu sprechen – nach ihrer Aussage friedhofsintern als "Hühnerleiter" bezeichnet. Dabei fiel ihr dann das Erlebnis einer Bekannten ein, der die Katze gestorben war. Von Freunden kam der Rat, das tote Tier nun heimlich auf dem Familiengrab in der Nähe besagter "Hühnerleiter" zu beerdigen.
Der Vorschlag schien gut. Mieze wurde in eine Tasche gebettet und ein Spaten eingepackt. Vor Ort angekommen stellte die Frau die Tasche hinter sich ab und begann zu graben. Plötzlich wurde es laut, ein Motorrad kam angeknattert. Der Fahrer stoppte kurz am Grab, griff die Tasche und sauste davon.

Angezeigt wurde dieser Diebstahl von der erschrockenen Frau natürlich nicht, aber bei der Vorstellung, welches Gesicht der Täter wohl gemacht hat, als er die Tasche öffnete, kann man sich einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren.

Heft-Rubrik: 

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