OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Wo der Hund begraben liegt - Tierfriedhöfe

 - Februar 2018
Ausgabe: 
Nr. 140, I, 2018

"Da liegt der Hund begraben" heißt umgangssprachlich ja so viel wie "das ist der Kern einer (oft unangenehmen) Sache".

Titelseite Nr. 140
Titelseite Nr. 140

Doch hier wird dieser Ausspruch tatsächlich für "Hundegräber" gebraucht und verweist auf jene Friedhöfe, die inzwischen in immer größerer Zahl für die Beisetzung der liebsten Gefährten des Menschen – die Heim- und Haustiere – eingerichtet werden. Das Thema wurde in dieser Zeitschrift schon früher aufgegriffen, sei es in einer kurzen Notiz z.B. über den Tierfriedhof in Barsberge (Heft 58/III, 1997, S. 25–26), in einem eigenen Schwerpunkt (Tier und Tod, Heft 88/I, 2005) oder in der Besprechung entsprechender Publikationen. Inzwischen hat es mit der Einrichtung von Friedhofsbereichen, in denen Menschen die Asche ihrer Heimtiere in ihrem eigenen zukünftigen Grab beisetzen dürfen, neue Aktualität erhalten. In den beiden Beiträgen von Ulrike Neurath, Kustodin im Kasseler Sepulkralmuseum, geht es sowohl um die Geschichte der Tierfriedhöfe wie um die neue Dimension der Beziehungen zwischen Mensch und Tier, für die diese Begräbnisstätten stehen. Die Autorin hat sich in ihrer volkskundlichen Dissertation ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt. Dazu kommt ein Beitrag über den Wiener Tierfriedhof und drei kleinere Beiträge, die das Thema sehr persönlich beleuchten. Übrigens: Bei der Redewendung vom Anfang handelt es sich gar nicht um ein Tier, sondern um das mittelalterliche "hunda" (Beute), die man durch das Vergraben versteckte. Das Wort "hunda" verschwand, das geflügelte Wort blieb.

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