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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Neuzugänge im Archiv

Anlässlich runder Firmenjubiläen werden auch von Hamburger Wirtschaftsunternehmen oft umfangreiche Darstellungen der Firmengeschichte herausgegeben.

Die Historie von Unternehmen, deren Gründer und Pioniere in Ohlsdorf begraben wurden und an die heute noch beachtliche Grabanlagen erinnern, sind natürlich von besonderem Interesse auch für den Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof.

Erfreulicherweise lässt sich jetzt vermelden, dass die Bibliothek im Museum Ohlsdorfer Friedhof um mehrere sehr interessante Firmenpublikationen bereichert werden konnte. Im einzelnen handelt es sich um folgende Veröffentlichungen:

1911-1986, 75 Jahre Robert Müller, Hamburg, von Friedrich Jerchow
Grablage: X9, 221-223

Anfangs als Flussschiffer auf der Saale tätig, lässt sich Robert Müller 1910 in Hamburg als "Prokureur" (Frachtgeschäft) nieder. Beschrieben wird die wechselvolle Firmengeschichte vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und der Aufschwung nach 1945 durch Geschick und Einsatz der "Bosse".
Die aus der Firma erwachsene Robert-Müller-Stiftung besteht daneben als stille Gesellschafterin. Sie unterstützt und berät junge Menschen aus finanziell schlecht gestellten Familien beim Studium. So kann z.B. die Seefahrtsschule Elsfleeth mit Mitteln rechnen.
Das stets gut gepflegte Grabmal zeigt den Firmengründer Robert Müller in verblüffender Ähnlichkeit neben einem Schiffsmodell und aufgezogener Reedereiflagge (Bildhauer Willy Neu).

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Grabmal Robert Müller (Foto: Schulze)

Adolf Kirsten und Ehefrau Pauline Kirsten
Grablage: T21, 32-81

Der Reeder Adolf Kirsten war begeisterter Shakespeare-Fan, deshalb hießen seine Schiffe z.B. Ophelia, Portia, Lucretia, Desdemona nach Frauen in dessen Dramen. Schon 1939 hatte er eine stattliche Flotte von 20 Schiffen.
Sein Urgroßenkel Harald Kirsten ergänzt die bereits vorhandenen Unterlagen durch einen Stammbaum beginnend bei den Godeffroys, sowie interessante Aufzeichnungen über das Leben der Pauline Kirsten. Sie wuchs in einer Pflegefamilie auf und erhielt aus unbekannten Gründen mit 4 Jahren einen anderen Rufnamen und wurde erst mit 18 Jahren adoptiert.

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Grabmal Kirsten (Foto: Schulze)

100 Jahre Röntgenröhren, von Willi Stamer
Grablage: C. H. F. Müller (Röntgen-Müller) V30, 428-435

Erst durch das Zusammentreffen der beiden innovativen Unternehmen von Wilhelm Conrad Röntgen und Carl Heinrich Florenz Müller wurde die erfolgreiche Entwicklung der Röntgenröhren möglich.
"...Müllers ausgezeichneten Röhren war es zu verdanken, dass schon 1896 im Sommer und Herbst das Allgemeine Krankenhaus Eppendorf mit seinen vorzüglichen Röntgenaufnahmen die ärztliche Welt überraschen konnte ..."

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Grabmal C.H.F. Müller (Foto: Schulze)

Blohm + Voss, von Hans Georg Prager
Grablagen: H. Blohm Q25, 28-35 / E. C. Voss T23, 33-50

Die Geschichte der Werft ist den meisten Hamburgern gut bekannt. Hier wird aber noch mal ausdrücklich Mut und Unternehmensgeist der beiden jungen Gründer, die im weitgehend kaufmännisch orientierten Hamburg die Wende zur Industriestadt mit einläuten wollten, spannend dargestellt.
Das breite, schlicht gehaltene Grabmal der Familie Blohm befindet sich im Waldteil, das der Familie Voss am Lippertplatz. Auf der Grabstätte E. C. Voss soll eine schöne marmorne Trauernde vielleicht an den Tod der ersten Ehefrau erinnern, die nach der Geburt des zweiten Kindes starb (Bildhauer Julius Moser).

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft 125 Jahre Friedhof Ohlsdorf - wie geht es weiter? (Juni 2002).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2020).