Beispiel aus der Bildergalerie der Internetseite https://www.puetz-roth.de (Screenshot)
Alternative Bestattungsarten wie Seebestattungen, Naturbestattungen oder Diamantbestattungen sind inzwischen weitläufig bekannt, oft diskutiert und das, was meist mit alternativer Bestattungskultur assoziiert wird: Die vielbeschworene Pluralisierung der Bestattungskultur eben, die als Symptom des Wandels der Bestattungskultur dem Individualisierungstrend der Gesellschaft gerecht zu werden scheint. Aber nicht nur die Bestattungskultur pluralisiert sich, sondern auch die BestatterInnenkultur.
Die Einführung der Feuerbestattung im späten 19. Jahrhundert verlief zu Beginn eher zögerlich, erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts begann der Siegeszug der Kremation. Inzwischen liegen die Kremationszahlen deutschlandweit bei über 50%, in vielen Bundesländern sogar bei nahezu 100%. Die Einführung der Feuerbestattung gilt als die bedeutendste Zäsur im Bestattungswesen der letzten Jahrhunderte.
Die ehemals gängige Praxis der Versorgung der Verstorbenen durch die Angehörigen ist heute einerseits fast in Vergessenheit geraten. Durch die Hospizbewegung und das ideologisch wie wirtschaftlich begründete Engagement einiger BestatterInnen wird sie andererseits als aktive Form der Trauerarbeit inzwischen wieder häufiger praktiziert, stellt aber immer noch ein Randphänomen dar.