Westlich von Nizza in der Provence in den Bergen liegt auf einem Nord-Süd ausgerichteten Felsrücken die kleine Stadt Saint-Paul-de-Vence, eingefasst von einer starken Mauer, die der französische König Francois I ab 1543 hat bauen lassen, um die Grenze seines Reiches gegen die Habsburger in Italien zu sichern (Abb. 1).
Heute ist die Stadt hochtouristisch. Wenn man die Stadt durch das Nordtor betritt und sie nach Süden auf der knapp 400 m langen „Rue Grande“ durchschreitet, kommt man an - gefühlt - 100 Kunstgalerien und Touristenshops vorbei. Doch dann, an der Südspitze, entdeckt man von der Stadtmauer aus auf der Felsspitze den alten Friedhof der Stadt (Abb. 2). Und der ist eher ruhig und leer…
Und zuletzt, sehr häufig auf französischen Friedhöfen, eine vielfach belegte große Familiengruft mit den üblichen hitzebeständigen Porzellanblumen und (auch ein Memento für deutsche Besucher) links eine Gedenktafel mit den Orden, die der Vater im Ersten Weltkrieg erhalten hat – und in der Mitte die für einen Sohn, der im Zweiten Weltkrieg sein Leben in der Résistance gegen die deutschen Besatzer
verloren hat.
Eben ein Friedhof in Europa ...