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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Die Messe "Happy End" im Bestattungsforum Ohlsdorf

Autor/in: Holger Wende
Ausgabe Nr. 148, I, 2020 - Februar 2020

Am 10. November 2019 fand im Bestattungsforum Ohlsdorf die Bestattungsmesse Happy End statt. Mit knapp 500 Besuchern ist diese Veranstaltung erfreulich gut besucht gewesen. Das Wagnis des Veranstalters ist, dass er sich mit der Messe an Privatnutzer richtet und nicht an Bestatter.

Auf die Frage an den Messeveranstalter Dieter Holhorst, warum man zur Messe gehen sollte, begründet er mit den Worten: "Damit Sie einen Einstieg finden zum Thema Endlichkeit".

Der Friedhof Ohlsdorf hat seine Räume im Bestattungsforum Ohlsdorf zur Verfügung gestellt und gleichzeitig Krematoriumsführungen angeboten, die sehr stark nachgefragt waren. Der Charakter der Trauerfeierhallen ist durch die zahlreichen Messestände überlagert worden, was unvermeidbar war.

Blumenmeer in der Fritz-Schumacher-Halle

Zur Umrahmung wurde auch ein Vortragsprogramm im Tiefgeschoss angeboten. Der Vortrag von Frau Wiebke zum Thema "Die neue Vielfalt auf den Friedhöfen" war mit zahlreichen Neugierigen gefüllt. Der Vortrag vom Großhamburger Bestattungsinstitut (GBI) über die Bestattungsvorsorge war auch gut besucht.

Die Grundidee einer solchen Messe aktiv sich mit dem Tod und der Gestaltung seiner eigenen Bestattung und Ruhestätte zu beschäftigen, zog Aussteller aus den unterschiedlichsten Themenbereichen an. Floristen bespielten die große Fritz-Schumacher-Halle mit imposanten Arrangements. Eine Malerin zeigte ihre Künste. Idealer Weise zeichnet man das Portrait zu Lebzeiten, wobei auch Zeichnungen von Verstorbenen möglich sind. Eine Dame bot Duftstoffe für die Aromatherapie an, die in der Hospizszene so manches Mal eingesetzt werden im Lichte des Total-Pain-Konzeptes. Auch waren zwei Hospizdienste aus Norderstedt mit jeweils einem Stand vertreten.

Eisenskulptur

Intarsienurne

Auch wenn die Messe sich thematisch auch dem Thema Pflege öffnen wollte, so war die Messe Happy End im Grunde genommen eine Ausstellungsveranstaltung für Bestatter und angelagerte Betriebe. Beeindruckend waren die Eisenskulpturen und Eisengrabmale der Firma Bollermann; Grabmale, die als Substitut für Grabsteine eingeführt werden sollen. Rohes Eisen als Gestaltungsmaterial ist in der Kunstgeschichte spätestens seit Richard Serra etabliert. Auch in der "arte povera" spielt die Materialität eine eminent wichtige Rolle und nicht die Formgebung. Die Grabmale entstehen durch modernste Lasertechnik, mit der man die Stahlplatte in jede gewünschte Form schneiden kann. Auf der Messe war ein Jugendstil-Engel zu sehen, der so manch bewundernden Blick auf sich zog.

Lebensspuren-Urne

Die Urnendesignerin Bettina Ulitzka stellte ihre neuen Herzlicht-Urnen aus, die immer in Form eines großen Herzens gestaltet sind. Eine Urne mit großen Engelsflügeln ist mir aufgefallen.

Messestand

Auch immer wieder interessant sind Urnen-Kreationen von Art Funeral Italy, die mit echten Holz-Intarsien-Arbeiten eine einzigartige Aura zeitigen können. Ein anderer Anbieter von Urnen aus den Niederlanden stach in seiner Gestaltung heraus, weil er in die Holzurnen dunkle Lebensspuren eingezogen hat und damit eine Einzigartigkeit der Werkstücke erreichen konnte, die die Massenwaren der großen Hersteller nie erreichen können. Auch der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. war auf der Messe mit einem Stand vertreten.

Fotos H. Wende

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Mensch-Haustier-Bestattungen (Februar 2020).
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