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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Dirk Preuß, Lara Hönings, Tade Matthias Spranger (Hrsg.): Facetten der Pietät.

München 2015, 422 Seiten

Beim Thema Tod und Trauer, vor allem im Umgang mit dem toten Körper, wird häufig der Begriff "Pietät" verwendet. Im Vorwort zum vorliegenden Band heißt es: "Gerichtsurteile verweisen auf ihn wie Unternehmens- und Ethikregeln jener Gewerke und Verbände, die sich der Toten und Trauernden annehmen; in manchen Regionen Deutschlands wird er sogar synonym für Bestattungsunternehmen verwendet". Dennoch war bisher kaum geklärt, was der Begriff genau bedeutet. Die drei Herausgeber und Verfasser legen mit dem Band dankenswerterweise die sehnlich erwarteten Ergebnisse ihres mehrjährigen Forschungsprojektes vor, das unter dem Titel "Der pietätvolle Umgang mit dem menschlichen Leichnam im Kontext von Bestattung und Beisetzung im Schnittfeld von Ethik und Recht" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde. In den beiden ersten ausführlichen Beiträgen befasst sich Dirk Preuß aus begriffsanalytischer, philosophiegeschichtlicher und moralphilosophischer Perspektive mit dem Begriff "Pietät". Im dritten Beitrag thematisieren Lara Hönings und Tade Matthias Spranger aus rechtswissenschaftlicher Sicht den Umgang mit Leichen und Aschen aus Sicht des Pietätsbegriffs. Ziel des verdienstvollen Werkes ist es, unter anderem darzulegen – wie es wörtlich heißt – "ob und wie Pietät .. als möglichst allgemein gültige bzw. akzeptierbare Norm rekonstruiert und hergeleitet" werden kann und ob "ein solches Pietätsverständnis ggf. zur Bearbeitung konkreter ethischer Konfliktfelder beitragen kann" (S. 16).

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Insel, Tod und Trauer (November 2015).
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