Dass auf dem Ohlsdorfer Friedhof eine artenreiche Flora, Funga und Fauna heimisch ist, ist inzwischen allgemein bekannt. Insgesamt 450 verschiedene Laub- und Nadelhölzer sind gezählt worden und auf der Webseite der Friedhofsverwaltung ist zu lesen: "neben Eichhörnchen, Feldmäusen, Fröschen oder Wildgänsen machen hier auch Maulwürfe keinen Halt vor gepflegten Grabbeeten".
Zahlreiche Landschnecken finden auf den Berliner Friedhöfen Lebensraum mitten in der Stadt. Im Projekt "Leben zwischen Gräbern" wird nun ihre Artenvielfalt erforscht.
Ein geöffneter Sarg steht in der Trauerhalle eines Berliner Krematoriums, in ihm ein über siebzigjähriger Verstorbener. Rechts und links von ihm sind je drei große Kerzenständer aufgestellt. Hinter dem Ensemble befindet sich eine Bühne mit Redner*innenpult, auf der erzählt, aber auch gesungen und rezitiert wird. In den Stuhlreihen vor dem Sarg sitzen laut weinende Menschen, vor ihnen ist Technik zum Livestreamen der Abschiednahme aufgebaut.
Blick vom Reformierten Friedhof auf Oberwart
"Sie residieren an den Hängen der beiden sich landschaftlich sanft erhebenden Hügelketten, zwischen denen die Wart eingebettet ist. Sie sehen von dort herunter auf all das in den Jahrhunderten Gewachsene, auf den Verkehr, auf die Geschäftigkeit des Alltags, auf die großen und kleinen Hoffnungen der Menschen und deren stets unwägbares Geschick." Diese Sätze leiten ein Sammelwerk über die sechs Friedhöfe sowie einige Gedenkstätten in Oberwart ein, einer Kleinstadt von rund 8.000 Einwohner im Burgenland.
Bahai-Gräber mit Stern-Symbol
Der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg umfasst ausgewiesene Bereiche für verschiedene religiöse und kulturelle Gruppen, darunter auch die Baha'i-Gemeinschaft. Ein kleines Gräberfeld der Baha'i-Gemeinschaft liegt hinter der Kapelle 13 in Grablage Bo 72. Dieser Bereich ist für die Bestattung von Bahá'í-Anhängern vorgesehen und folgt den spezifischen Bestattungsbräuchen und -praktiken des Bahá'í-Glaubens.
Das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Porfirije Peric aus Belgrad, besuchte im Juni 2024 den Ohlsdorfer Friedhof und segnete das serbisch-orthodoxe Grabfeld für aktive Gemeindemitglieder. "Mit dem Grabfeld sind die Menschen, die seit Jahrzehnten hier wohnen, endlich auch auf diese Weise angekommen."
Heiko K. L. Schulze, 1954 in Mülheim an der Ruhr geboren, studierte Kunstgeschichte, klassische und mittelalterliche Archäologie sowie Städtebau an den Universitäten Köln, Tübingen und Bonn. Dort wurde er 1981 bei Christoph Luitpold Frommel mit einer Arbeit über die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf (Rheinland-Pfalz) promoviert.
Brunnen mit 5 Knaben
Rückblickend, nach 55 Jahren in Klein Borstel, war es spannend zu überlegen, wie Christine Behrens als Französin, die in Bordeaux Geografie und Geschichte studiert hatte, sich schließlich auch für Friedhöfe, Grabmalkultur - und Bildhauer wie Arthur Bock interessieren konnte. Es brauchte tatsächlich viel Zeit, auch wenn ihr gleich im Frühling 1969 die Pracht der blühenden Rhododendren im benachbarten Friedhof Ohlsdorf gezeigt wurde.
"Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf" von Barbara Leisner, Ellen Thormann und Heiko K. L. Schulze vervollständigte die Grundausstattung, und Petra Schmolinske begann nach anderen Quellen zu suchen. Gerade zu Arthur Bock mit seiner Vielzahl von Werken hätte sie gerne mehr gewusst. Eine schmale Akte im Staatsarchiv war wenig ergiebig, aber sie stieß auf ein Konvolut historischer Aufnahmen und konnte außerdem antiquarisch eine ursprünglich von Caesar Scharff herausgegebene Broschüre erwerben, deren Bildteil Bock erheblich mit Bildern der von ihm gestalteten Grabmale ergänzt hatte.